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Anschlag auf Flüchtlingswohnung: Polizisten im Zeugenstand

Im Prozess wegen des Anschlags auf eine Wohnung für Flüchtlinge im Ilm-Kreis sind Details aus Durchsuchungen bei den Angeklagten bekanntgeworden. (Archivbild) / Foto: Sebastian Haak/dpa-Zentralbild/dpa
Im Prozess wegen des Anschlags auf eine Wohnung für Flüchtlinge im Ilm-Kreis sind Details aus Durchsuchungen bei den Angeklagten bekanntgeworden. (Archivbild) / Foto: Sebastian Haak/dpa-Zentralbild/dpa

Vor dem Landgericht Erfurt müssen sich sechs junge Männer wegen eines Anschlags auf ein Flüchtlingsheim verantworten. Sie bestreiten, rechtsextrem zu sein. Dazu wurden Polizisten als Zeugen gehört.

Im Prozess wegen des Angriffs auf eine Flüchtlingsunterkunft in Gehren bei Ilmenau haben Polizisten als Zeugen ausgesagt. Sie berichteten von Funden rechtsextremer Symbole bei Angeklagten. Sechs junge Männer stehen vor Gericht, dreien wird versuchter Mord vorgeworfen.

Bei Durchsuchungen sei bei einem Angeklagten unter anderem ein Adler mit Hakenkreuz-Symbol gefunden worden, sagte ein Beamter im Landgericht Erfurt. Auch ein Metallschild mit der Aufschrift «Gott mit uns» habe sich in diesem Zimmer befunden. 

Der Ausspruch «Gott mit uns» ist eine in rechtsextremen Kreisen verbreitete Losung. Er fand sich auch auf den Koppelschlössern von Wehrmachtssoldaten, sein Ursprung liegt in der Zeit vor dem Nationalsozialismus. 

Ein anderer Polizist berichtete über den Fund mehrerer kleiner Aufkleber im Zimmer eines anderen Beschuldigten. Der Zeuge sprach von «schwarz-weiß roten Fahnen». Auch ein Teleskopschlagstock und eine Sturmhaube seien bei dem Mann sichergestellt worden.

Bereits in einem früheren Verhandlungstermin war bekanntgeworden, dass in dem Haus, in dem einer der Angeklagten wohnt, ein Kühlschrank mit rechtsextremen Aufklebern entdeckt worden war.

Urteil soll nächste Woche fallen

Die Staatsanwaltschaft Erfurt wirft in dem Verfahren insgesamt sechs Angeklagten im Alter von 18 bis 22 Jahren vor, Ende September 2025 die Fensterscheibe einer Flüchtlingsunterkunft in Gehren eingeschlagen und anschließend eine Feuerwerksbatterie in das Haus geworfen worden. 

In dem von der Pyrotechnik getroffenen Zimmer hielt sich eine dreiköpfige Familie aus Mazedonien auf. Drei der Männer sind deswegen wegen versuchten Mordes angeklagt worden, drei von ihnen wegen Beihilfe zum versuchten Mord.

Fünf der sechs Angeklagten haben die Tat im Wesentlichen gestanden, einer schweigt weiterhin. Vor Gericht hatten die fünf Männer bestritten, aus einer rechtsextremen Motivation heraus gehandelt zu haben. Das Urteil wird in der nächsten Woche erwartet.

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