Thüringen investiert in die Sicherheit seiner Gefängnisse. Für die Installation moderner Schlosstechnik und Drohnen-Detektionsanlagen in den Haftanstalten seien für dieses und nächstes Jahr im Doppelhaushalt rund 3,1 Millionen Euro eingestellt worden, teilte das Justizministerium der Deutschen Presse-Agentur mit. «Mit modernen Sicherheitslösungen stärken wir den Schutz aller Beteiligten und auch den Rechtsstaat vor Ort», erklärte Justizministerin Beate Meißner (CDU) dazu.
Mit Drohnen-Detektionssystemen sollen Schmuggelversuche aus der Luft vereitelt werden. Diese Sicherheitssysteme können unerwünschte Drohnen durch verschiedene Sensoren frühzeitig erkennen und lokalisieren. Die ersten Anlagen waren den Angaben nach 2024 in den Haftanstalten in Arnstadt und Tonna installiert worden. Seither seien dort keine Drohnensichtungen mit Abwürfen innerhalb der Justizvollzuganstalten mehr verzeichnet worden, hieß es.
Drohnen über Gefängnissen - keine Zahlen zu Schmuggelversuchen
Zuvor seien häufig - jedoch meist zufällig - Drohnen gesichtet worden. Mit diesen seien unter anderem Handys, Drogen oder SIM-Karten abgeworfen worden. Die Fälle werden den Angaben nach nicht statistisch erfasst. Das Ministerium geht jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus, da in Ermangelung entsprechender Sicherheitstechnik nicht alle An- oder Überflüge von Bediensteten entdeckt werden konnten.
Um den Schmuggel von verbotenen Substanzen, Mobiltelefonen oder gar Waffen zu unterbinden, seien die Drohnen-Detektionsanlagen unumgänglich, hieß es weiter. In diesem und im nächsten Jahr sollen daher weitere solche Systeme in den Haftanstalten in Goldlauter, Hohenleuben und in Untermaßfeld installiert werden. Erst Ende vergangener Woche hatten Polizeibeamte bei einer Streifenfahrt eine Drohne gesichtet, die das Gefängnis in Hohenleuben überflog.
Neue Schlosstechnik für hohes Maß an Sicherheit
Daneben sollen in den Haftanstalten in den nächsten Jahren aus Sicherheitsgründen die alten Schlösser ausgetauscht werden. In Goldlauter sei der Tausch der Schlösser bereits 2022 erfolgt. In Tonna werden die Schlösser seit dem vergangenen Jahr ausgewechselt, in Untermaßfeld wird den Angaben zufolge damit in diesem Jahr begonnen.
Das Gefängnis in Hohenleuben hat den Angaben nach bis Ende 2027 einen Service- und Reparaturvertrag mit einer Schlossfirma geschlossen. Dieser müsse wegen der Bauverzögerungen bei dem neuen Gefängnis im sächsischen Zwickau und des dadurch längeren Weiterbetriebs der Anstalt gegebenenfalls für weitere Jahre verlängert werden.
In den Thüringer Gefängnissen saßen dem Ministerium zufolge im vergangenen Jahr im Schnitt 1.300 Häftlinge ein. Die Zahl der Bediensteten lag 2025 bei durchschnittlich 937.
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