Der Intendant der jüdisch geprägten Achava-Festspiele hat Sorgen um die Zukunft des Festivals nach der Landtagswahl im September geäußert. «In dem Moment, wo hier blaue Farbe an Macht gewinnt - und zwar so stark, dass sie wirklich Macht haben - dann ist für Achava, glaube ich, leider die Messe gesungen», sagte Intendant Martin Kranz bei der Programmvorstellung zur zehnten Auflage am Mittwoch in Erfurt. Die blaue Farbe bezog er auf die AfD. Der Parteilandesverband wird vom Thüringer Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. Bei Wahlumfragen schnitt die AfD zuletzt als stärkste Kraft ab.
«Ob es eine elfte Auflage geben wird, weiß ich nicht», sagte Kranz. Das Festival könne nur unter demokratischen Rahmenbedingungen funktionieren. Er räumte auch ein, dass das Festival überhaupt nur durch die finanzielle Unterstützung des Landes möglich sei, auch wenn die Macher mit vielen anderen Partnern und Sponsoren zusammenarbeiteten.
Kernstück des Festivals bilden auch in diesem Jahr 30 nicht öffentliche Veranstaltungen mit Schulen. Etwa 5000 Schülerinnen und Schüler dürften mit der zehnten Auflage erreicht werden, schätzte Kranz. Angeboten werden etwa Kalligrafie- und Musik-Workshops und Treffen mit Zeitzeugen, die die Schoah überlebt haben.