Was lief gut, was eher nicht? Ein Untersuchungsausschuss in Thüringen will Fehler in der Corona-Politik während der Pandemie aufklären und Lehren für die Zukunft ziehen. Nach Einschätzung des Virologen Christian Drosten war das frühe Hochfahren von Infektionsschutzmaßnahmen im Jahr 2020 vor der ersten Infektionswelle auch im Rückblick erfolgreich. Es sei eine «massive Zahl» von rund 60.000 Menschenleben in der ersten Infektionswelle gerettet worden.
60.000 Menschen gerettet
Drosten präsentierte den Abgeordneten Zahlen zu Großbritannien und Deutschland im Vergleich. Die Briten warteten damals etwa drei Wochen länger mit dem Hochfahren von harten Infektionsschutzmaßnahmen als die Deutschen. Der Virologe rechnete vor, dass es in Deutschland im betrachteten Zeitraum wohl rund 70.000 Tote gegeben hätte statt der rund 9.300, wenn es den Weg Großbritanniens gegangen wäre und mit Maßnahmen noch abgewartet hätte. «Ich kann also deutlich sagen: Es wäre ein Fehler in der politisch-verantwortlichen Infektionskontrolle zu warten, bis das Gesundheitssystem erste Überlastungsanzeichen zeigt», sagte Drosten im Thüringer Untersuchungsausschuss.