Meist friedlicher Protest, aber auch Sitzblockaden und einzelne Verletzte: Mehr als 31.000 Menschen haben sich nach Polizeiangaben in Erfurt an Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag beteiligt. Die Bündnisse «Zusammenstehen» und «Widersetzen», die Kundgebungen, Demonstrationszüge und Blockaden organisierten, sprachen von etwa 50.000 Teilnehmern, die aus dem ganzen Bundesgebiet anreisten. Die Polizei, die mit mehreren Tausend Beamten im Einsatz war, bekräftigte am Sonntag einen «überwiegend friedlichen Verlauf» des tausendfachen Protests.
«Man kann zufrieden sein. Es ist bunt und laut», hatte Innenminister Georg Maier bei einer ersten Zwischenbilanz gesagt. Mit dem friedlichen Ablauf der Proteste habe die Thüringer Landeshauptstadt «ein Zeichen für eine lebendige Demokratie gesetzt» und sich weltoffen gezeigt, sagte Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU).
Polizeipräsident Thomas Quittenbaum würdigte Professionalität und Engagement der Einsatzkräfte. Er dankte den vielen Menschen, «die ihr Grundrecht auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit friedlich wahrgenommen haben». Es sei deutlich geworden, «dass ein respektvoller und friedlicher Protest möglich ist». Das Einsatzkonzept der Polizei sei «zu 100 Prozent aufgegangen».