Im Streit über den Umgang mit der Ex-Gleichstellungsbeauftragten Erfurts hat eine Interessenvertretung harsche Kritik am Kulturdezernenten der Stadt geübt. Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungstellen (BAG) warf dem Dezernenten Tobias Knoblich vor, die frühere Beauftragte der Stadt Mary-Ellen Witzmann zu diskreditieren. Die BAG reagierte damit auf einen Brief, mit dem sich Knoblich zuvor an die Bundessprecherin des BAG gewandt hatte. Knoblich selbst zeigte sich von der zwar an ihn gerichteten, aber öffentlichen Mitteilung der BAG von Dienstag überrascht und wies Kritik von sich.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist der Umgang mit Witzmann: Die Stadt hatte ihr fristlos gekündigt, nachdem sie mutmaßliche sexuelle Belästigungen und Machtmissbrauch am Theater Erfurt öffentlich gemacht hatte. Witzmann war Ende Oktober zunächst beurlaubt und kurz darauf entlassen worden, weil sie aus Sicht der Stadt mit der Veröffentlichung der Vorwürfe gegenüber einer Zeitung eigenmächtig handelte.