Im Richtungsstreit des BSW in Thüringen setzt Parteigründerin Sahra Wagenknecht auf eine Klärung des Konflikts auf dem geplanten Sonderparteitag. «Ich gehe davon aus, dass man dort eine Klärung herbeiführen wird», sagte Wagenknecht am Rande eines Wahlkampftermins in Aschersleben (Salzlandkreis) in Sachsen-Anhalt. Der Thüringer Landesverband werde selbst eine Entscheidung treffen, so Wagenknecht. «Dafür gibt es ja den Sonderparteitag.»
Wagenknecht und die Parteiführung in Berlin sehen die Beteiligung des BSW an der sogenannten Thüringer Brombeer-Koalition mit CDU und SPD kritisch. Deutlich zutage trat der Konflikt zuletzt, als der BSW-Bundesvorstand mit einem Beschluss verlangt hatte, Mario Voigt (CDU) als Ministerpräsidenten die Unterstützung zu entziehen, die Koalition zu verlassen und möglichst einen überparteilichen Regierungschef zu finden. Anlass war die Aberkennung von Voigts Doktortitel, wogegen dieser aber juristisch vorgehen will.