Die angespannte Haushaltslage des Landes macht nach Einschätzung von Kommunalstaatssekretär Andreas Bausewein weitere Fusionen von Thüringer Gemeinden in den nächsten Jahren erforderlich. «Das Land kommt selbst an seine Leistungsgrenzen und verfügt nicht über die Finanzkraft, um alle Herausforderungen der Gemeinden in dem von ihnen gewünschten Umfang umfassend finanziell aufzufangen», sagte Bausewein im Landtag. Ohnehin würden sich viele Probleme von Kommunen nicht alleine durch zusätzliche Zuwendungen lösen lassen.
Freiwillige Zusammenschlüsse von Kommunen seien deshalb auch künftig richtig. «Zukunftsfähigkeit erfordert angesichts sich zunehmend veränderter Realitäten auch, die Strukturen an diese neuen Realitäten anzupassen, auf Gemeinsamkeiten zu fokussieren, zusammenzuarbeiten und begrenzte Ressourcen auch in personeller Hinsicht noch effizienter einzusetzen», sagte Bausewein. Seit 2017 hätten in Thüringen etwa 300 Gemeinden fusioniert.
Nach Angaben der Landesregierung hatte es zu Beginn 2017 etwa 840 kreisangehörige Gemeinden in Thüringen gegeben. «Trotz der erzielten Erfolge sind die Gemeindestrukturen in Thüringen weiterhin durch eine erhebliche Kleinteiligkeit geprägt», heißt in der Begründung eines Gesetzesentwurfs der Landesregierung, über den die Abgeordneten im Parlament berieten.