In Thüringen haben zuletzt deutlich mehr Ausländer mit finanzieller Unterstützung wieder das Land verlassen. Von Januar bis November vergangenen Jahres gab es im Freistaat 503 freiwillige Ausreisen, wie das Migrationsministerium mitteilte. Im Jahr 2024 seien insgesamt 326 Menschen freiwillig wieder in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt. Das Bund-Länder-Förderprogramm zur freiwilligen Rückkehr von Asylbewerbern können beispielsweise abgelehnte Bewerber, Migranten mit geringer Bleibeperspektive oder Geduldete nutzen. Zu den Unterstützungen gehören unter anderem Reisekosten und Starthilfen im Zielland.
Die meisten der 2025 aus Thüringen freiwillig Ausgereisten kehrten nach Syrien zurück, gefolgt von der Türkei und Georgien. Besonders deutlich sei der Anstieg der freiwilligen Rückreisen nach Syrien ausgefallen: von null im Jahr zuvor auf 97. Auch in die Russische Föderation und in den Irak seien erheblich mehr Menschen freiwillig zurückgekehrt. «Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis klarer politischer Entscheidungen. Unsere Maßnahmen greifen», betonte Migrationsministerin Beate Meißner (CDU).
Neben der Aufenthaltsbeendung bewähre sich auch die freiwillige Rückkehr als humanes, aber zugleich klares und rechtsstaatliches Instrument. «Wir ziehen sie einer Abschiebung vor», so Meißner. Abschiebungen sind in der Regel deutlich teurer als freiwillige Ausreisen. Die Zahl der Abschiebungen bleibe trotz gesunkener Asylbewerberzahlen weiter auf hohem Niveau: 2025 wurden den Angaben nach 450 Abschiebungen in Thüringen vollzogen, im Jahr zuvor waren es 443.
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