Das gute Abschneiden der AfD bei jungen Wählern ist aus Sicht eines Experten auch Ausdruck einer Normalisierung der Partei. «Die AfD wird nicht als unmittelbar rechtsextrem wahrgenommen», sagte der Generationenforscher Rüdiger Maas der Deutschen Presse-Agentur. Viele junge Menschen schätzten sich selbst als politisch mittig ein, wählten dann aber AfD, so Maas, der kürzlich eine Studie zu dem Thema veröffentlicht hat. Die Partei wird sowohl in Sachsen als auch in Thüringen vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
Die klassische Aufteilung der Parteienlandschaft in links und rechts verliere für junge Wähler an Bedeutung, sagte Maas weiter. «Dadurch rutschen diese Extremparteien auch nicht an die Ränder.» Es gebe unter jungen Leuten auch eine hohe Toleranz gegenüber AfD-Wählern im Freundeskreis. «Uns haben viele junge Leute gesagt: "Die Rechtsextremen tun uns nichts, die sind nicht böse". Diese Gefahr scheinen vor allem ältere Menschen zu sehen. Das wird völlig unterschätzt.»