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Siegmund fährt mit Simson-Moped in Weißenfels – Simson-Nachfahren kritisieren Vereinnahmung

Siegmund fährt mit Simson-Moped in Weißenfels – Simson-Nachfahren kritisieren Vereinnahmung
Die AfD will im September die Regierung in Sachsen-Anhalt übernehmen. / Foto: Sebastian Willnow/dpa
Von: DieThüringer News
In wenigen Wochen wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Die laut Umfragen derzeit stärkste Partei will bei den Bürgern mit besonderen Aktionen punkten - und übergeht dabei Kritik der Simson-Nachfahren.

Trotz deutlicher Kritik der Simson-Nachfahren ist AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund im Wahlkampf abermals mit einem der Mopeds unterwegs. Nach einer Versammlung auf dem Markt in Weißenfels im Süden Sachsen-Anhalts war am Sonntag eine Ausfahrt mit Anhängerinnen und Anhänger geplant. Laut Polizei verlief die Versammlung vor der Ausfahrt ohne Vorkommnisse. Insgesamt waren den Angaben nach rund 1.500 Menschen gekommen. Die AfD wird in Sachsen-Anhalt vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft. 

Siegmund übergeht mit dieser Wahlkampf-Aktion deutliche Kritik der jüdischen Familie Simson. Die Nachfahren hatten erklärten, geschockt darüber zu sein, dass ihr Name etwa auf T-Shirts oder Postern in Verbindung mit der AfD auftauche. Eine solche politische Vereinnahmung durch Nutzung des Namens, der auch für eine bekannte Moped-Marke steht, müsse vollkommen ausgeschlossen sein, sagte der Sprecher der heute in den USA lebenden Familie, Dennis Baum. Letztlich versuche die AfD, mit dem Namen der von den Nazis vertriebenen Unternehmerfamilie Werbung zu betreiben. 

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Immer wieder zeigen sich AfD-Politiker mit den Mopeds oder organisieren Ausfahrten. Die in Suhl produzierten Mopeds der Marke Simson wie «Schwalbe» oder S50/51 sind bei vielen Jugendlichen Kult und stehen für ostdeutsches Lebensgefühl und Mobilität. 

Das Werk, in dem in der DDR Mopeds der Marke Simson gebaut wurden, geht auf die jüdischen Brüder Simson zurück. Es ist damit Teil der jüdischen Geschichte Thüringens. Die Familie war 1936 von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben worden und in die USA geflohen.

Keine Gegendemo

Siegmund hatte bereits in Tangermünde und Bitterfeld zu Ausfahrten geladen. Vor der Veranstaltung in Weißenfels hatten Gegnerinnen und Gegner den Marktplatz mit Kreide bemalt, Gegendemonstrationen gab es während der Reden jedoch nicht. Nach den Redebeiträgen war eine zweistündige Fahrt durch die Region im Saale- und Burgenlandkreis geplant. 

Siegmunds Partei ist einer jüngsten Umfrage nach weiter die stärkste. In der repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag von «Focus Online» kommt sie auf 41 Prozent. Auf Platz zwei liegt die CDU mit 24 Prozent, gefolgt von der Linken mit 14 Prozent. Die Wahl findet am 6. September statt.

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