Thüringens BSW-Chefin Katja Wolf sieht in Thüringen Einigkeit unter den Parteien darin, die AfD bei einer Regierungsbildung rauszuhalten. «Alle sind sich miteinander einig, dass das Ziel sein muss, die AfD möglichst kleinzukriegen. Alle Demokraten sind sich einig, sie natürlich aus einer Regierungsverantwortung herauszuhalten», sagte Wolf der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Wie das rechnerisch gelinge, sehe man am Wahltag, dem 1. September. Sie halte nicht viel davon, schon vorher Rechenspiele anzustellen, sagte sie mit Blick auf Aussagen von Ministerpräsident Bodo Ramelow zu möglichen Koalitionen.
Wolf stünde bereit
Wolf sagte, sie sehe solche Umfragen mit Demut. Es sei schön zu lesen, dass man derzeit offenbar auf Höhe mit der CDU sei. «Aber ich weiß doch, dass das alles kein Automatismus ist und dass wir das Vertrauen am 1. September erringen müssen.»
Sollte BSW auch noch die CDU überholen, wäre theoretisch denkbar, dass die junge Partei die Regierungschefin stellt, da die AfD völlig isoliert dasteht und keine Koalitionspartner in Aussicht hat. «Ich scheue mich nicht vor der Verantwortung», sagte Wolf. Aber es gehe ihr aber nicht um Posten, sondern um Veränderung. Parteigründerin Sahra Wagenknecht hatte Wolf am Rande eines Parteitages im Juni auf Fragen von Journalisten als mögliche Ministerpräsidentin gesehen.
Mit Blick auf eine mögliche Regierungsbeteiligung zeigte sich Wolf gelassen bei der Frage, ob ihre Partei genügend geeignetes Personal dafür zur Verfügung hätte. Es gebe ein «sehr großes Netzwerk» an Menschen, die «fachlich und menschlich geeignet sind», wie sie sagte. Man bekenne sich zum Prinzip der «Expertenbesetzung».