Die konservative Werteunion tritt bei der vorgezogenen Bundestagswahl am 23. Februar nicht als Gesamtpartei an. Das geht aus einem Schreiben des Bundesvorstands an die Parteimitglieder hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Die Entscheidung, unsere noch knappen Ressourcen nicht in einer vorgezogenen und damit zur Unzeit kommenden Bundestagswahl zu verbrennen, ist Ausdruck von Vernunft und realistischer Einschätzung der heute vorhandenen Möglichkeiten», schreibt der Bundesvorstand. Zuerst hatte das ARD-Magazin «Report Mainz» aus der Rundmail zitiert.
In einigen Bundesländern soll die Werteunion bei der Bundestagswahl trotzdem auf dem Wahlzettel stehen: Am Samstag beschloss der Landesverband Nordrhein-Westfalen, mit einer Landesliste anzutreten, wie ein Parteisprecher bestätigte. Zuvor hätten schon die Landesverbände Bayern und Berlin einen entsprechenden Beschluss gefasst. Einige weitere Landesverbände könnten folgen.
«Diese Länder fühlen sich organisatorisch, strukturell und personell ausreichend gerüstet, die mit einer Teilnahme verbundenen Herausforderungen anzunehmen», heißt es in dem Rundschreiben. Der Bundesverband werde ihnen «mit Rat und Tat zur Seite stehen».