Thüringer Kommunen und karitative Organisationen berichten zunehmend von Problemen mit Altkleider-Containern. «Aktuell ist eine übermäßige Frequentierung der Altkleider-Container zu beobachten», sagt etwa Sprecherin Mandy Plickert für die Stadtverwaltung Weimar. Auch die Städte Jena, Gera, Erfurt und Eisenach sowie das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Malteser-Hilfsdienst bestätigen diese Entwicklung. Grundsätzlich würden etwa häufiger Dinge eingeworfen, die nicht hineingehörten, hieß es übereinstimmend. Auch würde nicht nur Kleidung vermehrt neben den Containern abgelegt, sondern auch Abfälle.
Weiterer Nutzen als Secondhand-Ware, Dämm- oder Brennstoff
Doch auch ganz grundsätzlich sei es schwieriger geworden, die Altkleider-Verwertung zu ermöglichen, heißt es von Malteser und DRK. Aktuell werde etwa beim DRK die gesammelte Kleidung sortiert, um in erster Linie geeignete Stücke an die Kleiderkammern weiterzugeben, erklärt Dirk Bley vom DRK Landesverband Thüringen. Der Rest werde an Verwertungsunternehmen verkauft. Diese würden bis zu 65 Prozent der Kleider als Secondhand-Ware exportieren, der Rest werde etwa zu Dämmstoffen verarbeitet oder verbrannt.
Zudem erschwere der immer größere Anteil sogenannter Fast Fashion in den Container die Verwertung, sagt Hannemann. Denn diese könne aufgrund der minderen Qualität nicht weiter genutzt werden. Außerdem seien auch für die karitativen Einrichtungen die Betriebs- und Entsorgungskosten gestiegen.
Es sei abzuwarten, wie sich die Lage weiter entwickle, die schon während der Corona-Krise angespannt gewesen sei und sich zwischenzeitlich beruhigt habe, sagt Bley. «Sollte sich die Lage jedoch nicht verbessern, wird es künftig kaum noch Altkleider-Container der DRK in Thüringen geben können.»