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Kleingewerbe-Boom in Thüringen: So starten immer mehr Menschen erfolgreich in die Selbstständigkeit

Symbolbild Startup / pixabay geralt
Symbolbild Startup / pixabay geralt

Gewerbeanmeldungen in Thüringen stiegen 2025 auf 12.028, davon 7.482 Kleingewerbe. Hinweise zu Förderungen, Kosten (25 €) und typischen Fehlern für Gründer.

In Thüringen empfinden viele Gründer den Schritt in die Selbstständigkeit als realistischer als in den letzten Jahren. Die aktuellen Gewerbedaten belegen das eindeutig. Die Anzahl der Gewerbeanmeldungen stieg von 11.460 im Jahr 2023 und 11.422 im Jahr 2024 auf 12.028 im Jahr 2025. Ein wichtiger Aspekt in Bezug auf das Thema Kleingewerbe ist, dass im Jahr 2025 insgesamt 7.482 Gründungen auf Kleinunternehmen und Nebenerwerbsbetriebe entfallen sind. Im Jahr 2025 verzeichnete Jena im Vergleich zu 2024 einen deutlichen Anstieg der Gewerbeanmeldungen, während Erfurt und Gera hingegen stabile oder leicht rückläufige Zahlen hatten. Deshalb ist ein Blick auf die Praxis wertvoll: Viele möchten nebenberuflich starten, digital verkaufen oder mit einer kleinen Dienstleistung zunächst testen, ob ihre Idee funktioniert.

Warum jetzt viele Thüringer gründen

Der Trend hat mehrere Gründe. In Thüringen gibt es mit ThEx Enterprise eine kostenfreie Gründungsbegleitung in allen Regionen, außerdem stehen über die Thüringer Aufbaubank geförderte Intensivberatungen, Existenzgründungspässe und für innovative Vorhaben auch Gründungsprämien zur Verfügung. Das erleichtert den Start, weil nicht jeder Gründer sofort mit hohem Kapitalaufwand beginnen muss. Gleichzeitig ist die Online-Gewerbeanmeldung in Thüringen über das Behördenportal möglich, was den Einstieg für kleine Vorhaben zusätzlich vereinfacht. Inhaltlich dominieren vor allem Handel, Kfz-nahe Tätigkeiten und wirtschaftliche Dienstleistungen. Auch Onlinehandel, lokale Services und handwerksnahe Angebote passen gut zum Kleingewerbe. Wichtig ist allerdings die Abgrenzung: Freie Berufe sind keine Gewerbe und müssen deshalb in der Regel auch kein Kleingewerbe anmelden. Steuerlich interessant bleibt für viele Gründer die Kleinunternehmerregelung. Seit 2025 gelten dafür die Schwellen von 25.000 Euro im Vorjahr und 100.000 Euro im laufenden Jahr.

Kleingewerbe anmelden in Thüringen

Die Anmeldung ist einfacher, als viele Gründer vermuten, wenn der Ablauf sauber vorbereitet wird:

Zuerst wird das Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt angemeldet, in vielen Thüringer Städten auch digital. In Erfurt, Jena und Gera kostet die Gewerbeanmeldung aktuell jeweils 25 Euro. Danach leitet die Behörde die Meldung an weitere Stellen wie Finanzamt, IHK oder Handwerkskammer weiter. Anschließend folgt der steuerliche Fragebogen zur Erfassung.

Für Kleingewerbetreibende reicht häufig die einfache Einnahmenüberschussrechnung, sofern keine weitergehenden Buchführungspflichten bestehen. Außerdem sollte geprüft werden, ob eine Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft notwendig ist. Für Gründer mit Mitarbeitern kommt zusätzlich eine Betriebsnummer ins Spiel, weil diese für Meldungen zur Sozialversicherung benötigt wird. Praktisch ist, dass Thüringen mit ThEx Enterprise und den Kammern bereits vor der Anmeldung Beratung anbietet, sodass Tätigkeitsbeschreibung, Rechtsform und steuerliche Einordnung nicht erst im Nachhinein korrigiert werden müssen.

Entwicklung in Thüringen


Quelle: Thüringer Landesamt für Statistik, Pressemitteilungen 029/2024, 034/2025 und 030/2026.

Förderungen nutzen, Fallstricke vermeiden

Für Gründer in Thüringen ist vor allem wichtig, dass Förderungen nicht pauschal für jedes Vorhaben gelten. Die Thüringer Gründungsprämie richtet sich an innovative Gründungsvorhaben und wird als nicht rückzahlbarer monatlicher Zuschuss von 2.500 bis 3.500 Euro gewährt. Ergänzend gibt es geförderte Intensivberatungen und weitere Unterstützungsangebote. Mindestens genauso wichtig ist jedoch die Fehlervermeidung. Eine verspätete oder unterlassene Gewerbeanmeldung kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Für viele Verstöße nach der Gewerbeordnung sind Bußgelder bis 1.000 Euro vorgesehen. Hinzu kommen praktische Risiken: eine zu ungenaue Tätigkeitsbeschreibung, fehlende Prüfung von Kammerpflichten oder eine unsaubere Buchhaltung. Gerade kleine Gründungen profitieren deshalb stark von digitaler Struktur, also von sauberer Belegerfassung, laufender EÜR und einem klaren Überblick über Umsatzgrenzen. Das spart Zeit und verhindert, dass aus einem unkomplizierten Start später vermeidbarer Verwaltungsaufwand entsteht.

Thüringen bietet für Gründer gute Voraussetzungen, wenn der Start strukturiert erfolgt. Der nächste sinnvolle Schritt ist ein klarer Leitfaden, der Anmeldung, Steuern und Pflichten verständlich zusammenführt.