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Fynn Kratochwil vor Heimrennen auf dem Sachsenring: Pole, Hoffnungen und Perspektiven

Fynn Kratochwil möchte so schnell wie möglich in die Weltmeisterschaft aufsteigen. / Foto: Robert Michael/dpa
Fynn Kratochwil möchte so schnell wie möglich in die Weltmeisterschaft aufsteigen. / Foto: Robert Michael/dpa

15‑jähriger Fynn Kratochwil sieht die Aufmerksamkeit vor dem Sachsenring als Ansporn; im Red Bull Rookies Cup Zehnter, zwei Podien in Mugello.

Fynn Kratochwil gilt als größte deutsche Hoffnung im Motorrad-Nachwuchs. Vor seinem Heimrennen auf dem Sachsenring sieht der 15-Jährige die wachsende Aufmerksamkeit um seine Person als zusätzlichen Ansporn. In dieser Saison ist er im sogenannten Red Bull Rookies Cup unterwegs, der wohl wichtigsten Serie auf dem Weg in die Weltmeisterschaft.

Sein Alltag beim Großen Preis von Deutschland habe sich aufgrund der Medientermine und der vielen deutschen Fans spürbar verändert, berichtete Kratochwil. «Von der Strecke runterzugehen dauert nicht mehr zwei, sondern 30 Minuten», sagte der Thüringer der Deutschen Presse-Agentur. Den zusätzlichen Rummel wolle er genießen, ohne sich davon aus der Ruhe bringen zu lassen. Gleich zum Auftakt setzte er ein Ausrufezeichen: In der Qualifikation sicherte sich der Lokalmatador die Pole-Position.

Nachteile in der Heimat 

Im Vorjahr gewann er im Northern Talent Cup zwölf von 14 Rennen, holte die Meisterschaft und schaffte so den Sprung in den Rookies Cup. Der Umstieg ist ihm gelungen: In der Gesamtwertung liegt Kratochwil auf dem zehnten Platz und in Mugello feierte er seine ersten beiden Podestplätze. Nun misst er sich vorrangig mit aufstrebenden Piloten aus Spanien, die in ihrer Heimat über bessere Trainingsmöglichkeiten verfügen. 

Dass deutsche Talente im internationalen Vergleich Nachteile haben, sieht auch Ex-Rennfahrer Alex Hofmann. «Es hängt auch damit zusammen, wie sehr ein Sport geliebt wird. In Deutschland bekommen Kinder eben nicht zum vierten Geburtstag ein Motorrad geschenkt. Dazu haben die Länder in Südeuropa rund 300 Tage Sonnenschein. Da ist man häufiger an der Rennstrecke», sagte der heutige TV-Experte einmal über die Situation in Deutschland.

Umzug nach Spanien steht im Raum

Einen dauerhaften Wechsel nach Spanien kann sich Kratochwil vorstellen. «Vielleicht leben wir dort, vielleicht trainieren wir nur so oft wie möglich dort», sagte er. «Eine Lösung haben wir noch nicht gefunden.» Die Entscheidung werde von seiner sportlichen Entwicklung in den kommenden Jahren abhängen. 

Sein mittelfristiges Ziel ist die Moto3-Weltmeisterschaft. Wegen der Altersregel müsste Kratochwil als Minderjähriger allerdings in der Saison 2027 zu den drei Besten des Red Bull Rookies Cups gehören, um vorzeitig aufsteigen zu dürfen. Ansonsten hätten die deutschen Fans frühestens 2029 die Chance auf einen Lokalmatadoren im WM-Zirkus. Mit Lukas Tulovic fuhr zuletzt 2023 ein deutscher Stammfahrer in der Moto2-Weltmeisterschaft.

Unterstützt wird Kratochwil auf seinem Weg von seiner Familie, seinem Trainer Dirk Heidolf und dem Motorsport Team Germany - der Speerspitze des Deutschen Motor Sport Bundes. «Nichts ist mehr billig, nichts gratis», sagte der Gymnasial-Schüler. Deshalb spiele die finanzielle Unterstützung für seine Karriere eine entscheidende Rolle.

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