Einen Glückwunsch von «Glücksbringer» Jürgen Klopp gab es für die Profis von RB Leipzig nach der vorzeitig perfekt gemachten Rückkehr auf Europas Fußball-Bühne nicht. «Es freut uns natürlich, wenn er da ist und uns unterstützt. Aber er muss nicht immer zu uns sprechen. Dafür haben wir einen Trainer und einen Sportdirektor», berichtete Christoph Baumgartner im Anschluss an das umjubelte 3:1 (1:1) bei Eintracht Frankfurt.
Mit dem ersten Bundesliga-Sieg in der Vereinsgeschichte am Main unter den Augen von Klopp lösten die Sachsen bereits vier Spieltage vor dem Saisonende das Ticket für einen internationalen Wettbewerb. Geht es nach RB-Coach Ole Werner, soll dies aber nicht das letzte Wort der wiedererstarkten Leipziger gewesen sein: «Es ist schon mal gut, dass wir zurück in Europa sind. Jetzt wollen wir mehr!»
Soll heißen: Die Sachsen sind heiß auf die Königsklasse. «Wir sind mit im Rennen um die Champions-League-Plätze und noch nicht am Ende», sagte Werner. 59 Punkte hat sein Team schon gesammelt und bei vier ausstehenden Spielen fünf Zähler Vorsprung auf den Tabellenfünften TSG Hoffenheim.
Starke Leistung in Frankfurt macht Mut
Der Auftritt in Frankfurt, wo die Leipziger in zuvor neun Bundesliga-Anläufen nie gewinnen konnten, wirkte reif. «Das war eine sehr erwachsene Leistung von uns. Wenn wir weiter so spielen, brauchen wir gar nicht auf die Konkurrenz zu schauen», befand Flügelspieler Ridle Baku.
Vor 58.500 Zuschauern trafen der erneut stark auftrumpfende Yan Diomande (27. Minute), Antonio Nusa (70.) und Conrad Harder (81.) für die Gäste, die trotz des Ausfalls der Defensiv-Könner David Raum, Willi Orban und Xaver Schlager nur den zwischenzeitlichen Ausgleich durch Hugo Larsson (34.) zuließen.
«Es war sensationell, was für eine Energie die Mannschaft heute auf den Platz gebracht hat. Daher kann ich nur den Hut vor meinem Team ziehen. Es macht mich stolz, wie die Jungs arbeiten und zusammenhalten», lobte Werner seine Schützlinge.
Leipzig strebt nach Höherem
Die waren nach einem personellen Umbruch in der Sommerpause im August des Vorjahres mit einem 0:6 in München denkbar schlecht in die Saison gestartet. Acht Monate später ist RB zu einem Spitzenteam gereift, das für die Zukunft höhere Ambitionen hegt.
«Natürlich wollen wir um die deutsche Meisterschaft mitspielen. Wir sind aber auch sehr realistisch und wissen, wie der Markt in Deutschland aussieht und dass Bayern München ein absoluter Dominator ist. Aber diese Ambition musst du haben, diese Ziele musst du dir setzen. Und ich würde uns dafür gern weniger als fünf Jahre geben», sagte RB-Chefin Tatjana Haenni.
Wie lange stürmt Diomande noch für RB?
Ob Sturm-Juwel Diomande für die Leipziger noch solange auf Torejagd geht, darf bezweifelt werden. Der 19 Jahre alte Ivorer, der mit der Elfenbeinküste in der WM-Vorrunde auf die DFB-Auswahl trifft, dürfte auf Dauer kaum zu halten sein. Zwölf Saisontore hat der Senkrechtstarter bereits auf dem Konto.
«Er ist kaum zu halten, wenn er Tempo aufnimmt. Er hat ein gutes Fußballverständnis und weiß, wo sich Räume für ihn ergeben. Da braucht er nicht einmal viele Finten anzuwenden», beschrieb Werner die Stärken des Offensivmanns. Und Baku räumte ein: «Wir sind froh, dass wir ihn in den eigenen Reihen haben und nicht gegen ihn verteidigen müssen. Er ist unser Unterschiedsspieler.»
Diomande selbst blieb bescheiden. «Ich versuche mich jeden Tag im Training zu verbessern. Es freut mich für mich selbst und für das Team, dass es so gut bei mir läuft», sagte Diomande und blickte voller Zuversicht auf den Endspurt: «Jetzt möchte ich die Saison erfolgreich zu Ende bringen.»
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