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Thüringen erwartet keine flächendeckenden Wolfsabschüsse – gezielte Entnahmen bei Problemwölfen

Naturschützer sind entsetzt, Jäger sehen die voraussichtliche Aufnahme des Wolfs ins Jagdgesetz als einen richtigen Schritt. (Symbolbild) / Foto: Christian Charisius/dpa
Naturschützer sind entsetzt, Jäger sehen die voraussichtliche Aufnahme des Wolfs ins Jagdgesetz als einen richtigen Schritt. (Symbolbild) / Foto: Christian Charisius/dpa

Der Landesjagdverband rechnet trotz geplanter Aufnahme des Wolfs ins Jagdgesetz nicht mit flächendeckenden Abschüssen in Thüringen; nur gezielte Maßnahmen bei Problemwölfen.

Der Landesjagdverband erwartet auch mit der voraussichtlichen Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz keine häufigen Abschüsse der Tiere in Thüringen. «Aus heutiger Sicht ist nicht von flächendeckenden Entnahmen in Thüringen auszugehen, sondern von gezielten Maßnahmen bei problematischen Individuen oder Rudeln», hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur vom Verband. 

Aktuell wird im Land eine Änderung der Jagdverordnung vorbereitet, die Jagdzeiten für den Wolf festlegen soll. Zudem soll ein Managementplan für den Umgang mit den Tieren erarbeitet werden. Der Bundestag hatte zuvor die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz und somit einen erleichterten Abschuss von Wölfen zum Schutz von Weidetieren beschlossen. Der Bundesrat muss dem aber noch zustimmen.

Frage nach Erhaltungszustand und Problemwölfen

Den Plänen zufolge soll eine reguläre Jagdzeit vom 1. Juli bis zum 31. Oktober möglich sein, wenn in der Region der Erhaltungszustand der Population als günstig gilt. Unabhängig davon dürfen Wölfe auch außerhalb dieser Zeit geschossen werden, wenn sie trotz ausreichenden Herdenschutzes Weidetiere töten oder verletzen. 

Die Definition dessen, was als «günstiger» Erhaltungszustand für den immer noch als geschützt eingestuften Wolf gilt, ist bislang nicht festgelegt. In Thüringen leben mit aktuell etwa 30 nachgewiesenen Tieren aber deutlich weniger Wölfe als etwa in Sachsen oder Brandenburg. 

Der Landesjagdverband erklärte, dass der Wolf unabhängig von einer möglichen zukünftigen Aufnahme ins Jagdgesetz perspektivisch fester Bestandteil der Jägerausbildung werde. So werde künftig sichergestellt, dass die Jäger in Thüringen sowohl fachlich als auch rechtlich gut vorbereitet seien.

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