Der insolvente Automobilzulieferer Bohai Trimet wird sein Werk im thüringischen Sömmerda schließen. Die Belegschaft mit knapp 100 Beschäftigten sei am Dienstag informiert worden, dass eine Fortführung des Betriebs über den Herbst hinaus nicht wirtschaftlich umsetzbar sei, teilte Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann mit. Bis spätestens November würden die letzten Aufträge abgearbeitet. Die zuständigen Gläubigerausschüsse hätten der Schließung des Werks in Thüringen bereits zugestimmt.
Für das größere Werk des Konzerns in Harzgerode (Sachsen-Anhalt) mit rund 600 Beschäftigten gehen die Gespräche mit Interessenten unterdessen laut Insolvenzverwalter weiter. Das Werk sei derzeit bis zum Jahresende ausgelastet. «Die potentiellen Investoren konzentrieren ihr Interesse auf Harzgerode», sagte Spiekermann. Er lobte das Engagement der thüringischen Landesregierung, die sich intensiv um den Standort bemüht habe. Es handele sich um eine rein unternehmerische Entscheidung. «Standort- oder Förderfragen waren nicht ausschlaggebend.»
Der Automobilzulieferer Bohai Trimet mit Sitz in Harzgerode hatte im April 2025 mit allen vier Gesellschaften Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen stellt Aluminium-Gussteile sowie Getriebe-, Fahrwerks- und Karosserieteile vor allem für den VW-Konzern her. Mittelbar sind laut Insolvenzverwalter mehr als 1.000 weitere Arbeitsplätze in der Region betroffen.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten