Die Verhandlungen über einen Sozialplan für die Beschäftigten des von der Schließung bedrohten Zalando-Logistikzentrums in Erfurt gehen in eine entscheidende Phase. Vor dem nächsten Treffen der Einigungsstelle am Dienstag machten Betriebsrat und Belegschaft deutlich, dass der Vorstand des Internet-Modehändlers seiner sozialen Verantwortung gerecht werden müsse. «Wir lassen uns nicht als Müll entsorgen», erklärte der Betriebsrat und verwies auf eine Aktion der Belegschaft.
Aus Protest gegen die Standortschließung hätten Arbeitnehmer bei einer Aktion in den vergangenen Tagen ausrangierte Arbeitskleidung vor dem Werksgelände aufgehäuft. Zudem seinen eine Kette mit Arbeitsjacken um das Werk gespannt und Unterschriften gegen den Kurs der Geschäftsleitung gesammelt worden.
Betriebsrat verlangt fairen Sozialplan
Vor dem Hintergrund konzernweiter Milliardeninvestitionen von Zalando in Firmenübernahmen wie About You, Aktienrückkäufe und Sportsponsoring müsse es einen fairer und sozial gerechter Sozialplan geben, erklärte der Betriebsrat. Er müsse die wirtschaftlichen Nachteile der von der Standortschließung betroffenen 2.100 Arbeitnehmer angemessen abmildern.
Ein weiterer Termin der vom Arbeitsgericht Erfurt eingesetzten Einigungsstelle ist für Donnerstag (9. Juli) geplant. Dabei gehe sowohl um Interessenausgleich als auch Sozialplan. Der Vorstand des Dax-Konzerns will den gesamten Standort in der Thüringer Landeshauptstadt Ende September schließen.
Nach wochenlanger Funkstille hatten Management und Betriebsrat Ende Mai die Gespräche über Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen. Dem war ein Vergleich vorausgegangen, der vorsah, dass zunächst außerhalb einer Einigungsstelle verhandelt wird. Da bis zum 20. Juni keine Einigung erzielt wurde, liegt der Ball nun bei der Einigungsstelle unter Vorsitz eines ehemaligen Arbeitsrichters.
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