Immer mehr Menschen in Thüringen sind im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen. Das geht aus Antworten auf gleich zwei Anfragen von Politikern der AfD und des BSW hervor.
Im September 2025 bezogen rund 9.100 Rentnerinnen und Rentner in Thüringen Grundsicherung. Das sind 620 mehr als im Vorjahresmonat und rund 3.500 mehr als im Jahr 2021. Das belegen Zahlen des Statistischen Bundesamts, die das BSW erfragt hatte. Auch der Rentneranteil an allen Empfängern von Grundsicherung stieg demnach in den vergangenen Jahren in Thüringen deutlich an: Lag dieser im September 2021 bei knapp 33 Prozent, waren es im September vergangenen Jahres rund 45 Prozent gewesen. Bundesweit lag der Wert im September 2025 bei rund 60 Prozent.
«Altersarmut ist schon heute ein Megaproblem in unserem Land, und wird es in Zukunft noch mehr für die heute noch junge Generation», sagte der Landesvorsitzende des BSW Sachsen-Anhalt, Thomas Schulze.
Buckeln auch im Rentenalter
Auch die Zahlen der Senioren, die trotz Rentenalter arbeiten, kletterten in den vergangenen Jahren nach oben. Das zeigt eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums mit Verweis auf Daten der Bundesagentur für Arbeit auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Robert Teske: Gingen 2020 rund 28.600 Rentner einer Arbeit nach, war das 2024 bei rund 33.000 der Fall. Die meisten davon waren geringfügig Beschäftigte.
Aber auch die Zahl der Thüringer Rentnerinnen und Rentner, die einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung nachgingen, stieg demnach zwischen 2020 und 2024 von 2.022 auf 2.776 Menschen.
Teske sprach mit Blick auf die Zahlen der Grundsicherungsempfänger im Rentenalter von einer «grassierenden Altersarmut». «Notgedrungen weiterzuarbeiten ist für viele Menschen, insbesondere in Mitteldeutschland, der einzige Ausweg», so Teske
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