Mit Beginn des Winters ist in Thüringen saisonbedingt die Arbeitslosigkeit gestiegen. Im Dezember waren im Freistaat 69.344 Männer und Frauen ohne Job, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit mitteilte. Das waren 1.360 Arbeitslose mehr als im November und 1.404 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 6,3 Prozent und lag mit 0,1 Prozentpunkten über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag die Quote bei 6,2 Prozent.
Wie in dieser Jahreszeit üblich komme es in den Außenberufen häufiger zu Freisetzungen. Besonders von Arbeitslosigkeit betroffen seien Jugendliche und Männer, erklärte Markus Behrens, Chef der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen. Zugleich würden weniger Arbeitslose eine neue Stelle finden, da Unternehmen vor dem Jahreswechsel oft zurückhaltender einstellten und die wirtschaftliche Lage weiterhin verhalten bleibe.
Wintereffekt verstärkt bestehende Probleme
Dadurch hätten es vor allem Langzeitarbeitslose schwer, eine Beschäftigung zu finden. Bei der Arbeitslosigkeit entfiel den Angaben nach der größte Anteil auf Männer und Frauen ab 50 Jahren (37 Prozent) sowie Langzeitarbeitslose (35,9 Prozent). Im Vergleich zu November sei die Erwerbslosigkeit bei Männern und Frauen, die länger als ein Jahr ohne Job waren, um ein Prozent gestiegen.
«Positiv ist, dass viele Betriebe trotz Unsicherheiten ihre eingearbeiteten Beschäftigten halten möchten, um Fachkräfte langfristig zu sichern», so Behrens. Die aktuelle Entwicklung spiegele neben den typischen saisonalen Effekten auch eine gedämpfte Wirtschaftslage wider. «Wichtig bleibt, Beschäftigung zu stabilisieren, Chancen für den Wiedereinstieg zu schaffen und gleichzeitig das vorhandene Fachkräftepotenzial zu sichern.»
Fachkräfte trotz Konjunkturflaute gesucht
Im gesamten Jahr 2025 gab es im Schnitt 1.600 Arbeitslose mehr als 2024. Im Jahresdurchschnitt waren in Thüringen 70.400 Männer und Frauen ohne Job. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote lag 2025 bei 6,4 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte höher als 2024.
Gleichzeitig gab es im vergangenen Jahr eine gestiegene Nachfrage nach Arbeitskräften. So meldeten den Angaben zufolge Arbeitgeber den Arbeitsagenturen insgesamt 37.000 Stellen - 2.100 mehr als noch 2024. Zudem waren im vergangenen Jahr in Thüringen weniger Menschen auf Grundsicherung angewiesen. 2025 wurden rund 84.000 erwerbsfähige Leistungsberechtigte von den Jobcentern betreut, 2024 waren es im Schnitt 88.200.
Die Regionaldirektion griff für die Statistik auf Datenmaterial zurück, das bis zum 11. Dezember vorlag.
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