Für die große Feier zu seinem 100. Geburtstag in Weimar bereitet der Überlebende des KZ Buchenwalds Andrej Iwanowitsch Moiseenko eine Unterhaltungseinlage vor. Wenn am 1. Mai Hunderte Menschen zu der öffentlichen Veranstaltung ins Deutsche Nationaltheater kommen, trägt er ein Lied vor.
«Ich liebe dich, Leben»
«Er wird selbst singen und übt auch schon fleißig», sagte Dorothee Schlüter, Mitarbeiterin der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora und des dort angedockten Museums Zwangsarbeit im NS. Die Gedenkstätte hat mit vielen anderen Akteuren die Geburtstagsfeier organisiert. Als Lied ausgewählt habe Moiseenko den alten sowjetischen Schlager «Ich liebe dich, Leben».
Nach Leipzig und Buchenwald verschleppt
Moiseenko wurde am 1. Mai 1926 auf dem Gebiet der heutigen Ukraine geboren. Als die Wehrmacht die Region besetzte, wurde er mit 15 Jahren nach Leipzig verschleppt, wo er beim Rüstungsbetrieb HASAG Zwangsarbeit leisten musste.
Wegen Vorwürfen, er gehöre einer Widerstandsgruppe an, wurde er schließlich ins bei Weimar gelegene KZ Buchenwald gebracht und auch dort unter lebensbedrohlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen. Dass er die Befreiung im KZ Außenlager Wansleben erlebte, sei ein Zufall gewesen, sagt Moiseenko. Heute lebt in Minsk in Belarus, liebt Gartenarbeit und Reisen.
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