An den Protesten gegen den AfD-Bundesparteitag werden sich nach Einschätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft auch hunderte gewaltbereite Demonstranten aus der linksextremen Szene beteiligen. Die Thüringer Landesvorsitzende Sandra Kaiser sprach von bis zu 2.500 gewaltbereiten Linksextremisten, die sich zu den Aktionen am Wochenende angekündigt hätten.
Landespolizei und Innenministerium erwarten bei den angemeldeten Aktionen am Samstag und Sonntag insgesamt bis zu 50.000 Demonstranten gegen den Parteitag der AfD. Zu den Teilnehmerzahlen einzelner Gruppierungen machten sie keine Angaben.
Kaiser kritisierte vor allem einen Aufruf auf einem Internetportal, Polizisten mit Molotowcocktails zu attackieren und sie von Hausdächern mit Steinen zu bewerfen. «Gewalt gegen Einsatzkräfte ist kein politisches Ausdrucksmitteln, sondern ein strafbarer Angriff auf Menschen, die für Sicherheit und Ordnung sorgen», erklärte die Gewerkschafterin. «Dieser Einsatz ist eine enorme Kraftanstrengung.»
Bundespolizei mit Hundertschaften und Wasserwerfern
Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) hat angekündigt, dass die Polizei in Erfurt sowohl die Versammlungsfreiheit der AfD als auch die friedlicher Demonstranten durchsetzen werde. Die Thüringer Polizei wird von Beamten aus fast allen Bundesländern und der Bundespolizei unterstützt.
Auch die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnte vor gewalttätigen Ausschreitungen bei den Aktionen in der Thüringer Landeshauptstadt. Der GdP-Vorsitzende für die Bundespolizei, Andreas Roßkopf, sagte der «Rheinischen Post» (Freitag): «Wir werden klar und hart durchgreifen.» Allein die Bundespolizei werde mit mehreren Hundertschaften, zahlreichen Spezialkräften sowie Wasserwerfern und weiterer Technik im Einsatz sein.
Die AfD hält am 4. und 5. Juli in Erfurt ihren Bundesparteitag ab. Rund 30 Protestaktionen sind angekündigt, die wahrscheinlich größte vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB). Der DGB Hessen-Thüringen rief dazu auf, «ein deutliches Zeichen für Demokratie, Solidarität und gegen Menschenfeindlichkeit und Ausgrenzung zu setzen».
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