Im nordthüringischen Fretterode sind Journalisten angegriffen und leicht verletzt worden. Ermittlungsbehörden ordnen die Tatverdächtigen zur rechtsextremen Szene zu - die beiden Männer wurden noch am Abend der Tat festgenommen, später aber wieder auf freien Fuß gelassen. Auch gab es eine Durchsuchung auf dem Grundstück eines der Verdächtigen. Der Angriff weckt Erinnerungen an eine acht Jahre zurückliegende Attacke auf Medienvertreter in dem kleinen Ort im Eichsfeld - und tatsächlich gibt es eine Verbindung.
Wie ist der Stand der Ermittlungen?
Die Staatsanwaltschaft Mühlhausen ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Noch am Mittwochabend war die Wohnung der beiden Tatverdächtigen durchsucht worden. Bei mehreren sichergestellten Gegenständen prüfen die Ermittler nun, ob sie in strafrechtlicher Weise gegen das Waffengesetz verstoßen, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Polizei hatte zunächst von «mehreren Zufallsfunden» gesprochen.
Warum waren die Medienvertreter in Fretterode?
Das Team habe im Rahmen einer Recherche über «rechtsextreme Strömungen und Gruppierungen in Deutschland» vor Ort Dreharbeiten durchgeführt, teilte der Spiegel-Verlag mit. «Unser Team ging dabei seiner üblichen redaktionellen Arbeit nach», erklärte die Sprecherin.
Nach dpa-Informationen ging es bei der journalistischen Arbeit auch um eine andere, acht Jahre zurückliegende Attacke auf Journalisten in dem kleinen Ort im katholisch geprägten Eichsfeld. Im Zuge dieser aktuellen Dreharbeiten war nach übereinstimmenden Angaben mehrerer mit dem Vorfall vertrauter Personen auch einer der vor acht Jahren angegriffenen Journalisten erneut nach Fretterode gekommen. Auch ein Anwalt der beiden damals angegriffenen Journalisten war mit vor Ort.