Im Prozesses um einen Angriff auf zwei Journalisten aus Göttingen in Nordthüringen hat einer der Betroffenen von seinem ungewöhnlichen Versteck für wichtige Kamera-Aufnahmen gesprochen.
Vor dem Landgericht in Mühlhausen erklärte er, wie er während der Flucht mit seinem Kollegen vor zwei Rechtsextremen in einem Auto die Speicherkarte aus seiner Kamera genommen und in seinen Strumpf gesteckt habe. Mit der Kamera habe er direkt zuvor die Verfolger aufgenommen. Anschließend habe er eine zweite Speicherkarte in die Kamera gesteckt. Auf diese Weise hatte er die Aufnahmen der Verfolger noch, obwohl ihm diese die Kamera im Zuge des Übergriffs entwendet haben sollen.
Der Übergriff sei für ihn allerdings so schockierend gewesen, dass er damals stundenlang vergessen habe, dass er die Speicherkarte noch in seinem Besitz hatte. «Diese SD-Karte ist mir erst am Abend wieder entgegen geploppt, als ich den Strumpf gewechselt habe», so der heute 33-Jährige bei seiner Aussage vor Gericht. Nach eigenen Angaben ist er auf die Berichterstattung zur rechtsextremen Szene spezialisiert.