Sicherheitsbehörden erfassen in Thüringen immer mehr Drohnenüberflüge. Im Jahr 2024 wurden der Polizei im Freistaat insgesamt zehn solcher Vorfälle bekannt, allein im ersten Halbjahr 2025 waren es dann bereits 16. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des Linke-Innenpolitikers Ronald Hande hervor, die der dpa vorliegt. 2024 wurden deswegen zwei und im Jahr 2025 sieben Ermittlungsverfahren eingeleitet. In drei Fällen konnten Drohnenpiloten ermittelt werden, eine Drohne sei sichergestellt worden.
Betreiber kritischer Infrastruktur sensibilisiert
Nach Angaben des Innenministeriums wurde ein Ansprechpartner für die Thüringer Polizei bei Vorfällen im Zusammenhang mit kritischer Infrastruktur bestimmt. «Dieser ergreift anlassbezogen Maßnahmen zur Sensibilisierung bei Betreibern kritischer Infrastrukturen», heißt es aus dem Ministerium. Zudem stehe der Landesverfassungsschutz im verstärkten Austausch mit der Landespolizei, der Bundeswehr und anderen Nachrichtendiensten.
Laut Innenministerium gibt es bei Betreibern kritischer Infrastrukturen inzwischen eine gesteigerte Sensibilität «für die Aufklärungstätigkeit fremder Nachrichtendienste».
Drohnenabwehrzentrum aufgebaut
Thüringens Verfassungsschutzchef Stephan Kramer hatte in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Drohnenüberflügen auch vor sogenannten Wegwerfagenten gewarnt. Solche Handlanger, die auch als Low-Level-Agenten bezeichnet werden, sind keine offiziellen Geheimdienstmitarbeiter und werden für Sabotage, Propaganda oder Ausspähung eingesetzt.
Erst Mitte Dezember richteten Bund und Länder ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum ein, um unerlaubt fliegende Drohnen künftig besser zu erkennen und unschädlich machen zu können. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) nannte dies einen wichtigen Schritt. Das Drohnenabwehrzentrum diene vor allem der Koordination. Wichtig sei auch, dass ein Stab zu hybriden Bedrohungen im Bundesinnenministerium eingerichtet worden sei. «Da haben wir einen wesentlichen Fortschritt gemacht», sagte Maier der dpa.