loading

Nachrichten werden geladen...

Veröffentlicht mit CMS publizer®

Bundeswehr will vier Milliarden Euro in Osten investieren

Bis 2035 sollen rund vier Milliarden Euro Bundeswehr-Investitionen in den Osten fließen. (Archivbild) / Foto: Philipp Schulze/dpa
Bis 2035 sollen rund vier Milliarden Euro Bundeswehr-Investitionen in den Osten fließen. (Archivbild) / Foto: Philipp Schulze/dpa

Die Bundeswehr prüft, alte Standorte wiederzubeleben – und investiert Milliarden in den Osten. Welche Regionen profitieren und was passiert mit stillgelegten Kasernen?

Mehr Technik, mehr Personal, mehr Standorte: Die Bundeswehr plant Investitionen in Höhe von rund vier Milliarden Euro in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dabei geht es nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums um Investitionen in «weitgehend allen Bereichen der Infrastruktur». Geplant sind nach aktuellem Stand demnach Investitionen in Höhe von 1,45 Milliarden Euro bis 2029 sowie weitere 2,49 Milliarden Euro bis 2035. Es handle sich um Prognosen, so eine Ministeriumssprecherin, die sich «aufgrund der derzeitigen weltpolitischen Lage mit großer Wahrscheinlichkeit» auch verändern können.

Die höchste Investitionssumme soll dabei nach Sachsen gehen: In das Bundesland sollen in diesem Zeitraum insgesamt 1,63 Milliarden Euro fließen. 2023 hatte das Ministerium entschieden einen neuen Bundeswehrstandort im ostsächsischen Bernsdorf-Straßgräbchen in der Oberlausitz (Kreis Bautzen) aufzubauen. Dort soll ein neu aufzustellendes Logistikbataillon mit etwa 800 Dienstposten stationiert werden. Allein dafür fallen Investitionen von rund 700 Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren an, bezifferte zuletzt Ulf Bandiko, Staatssekretär im sächsischen Innenministerium. 

Bundeswehr prüft Reaktivierung alter Standorte

Weitere 1,37 Milliarden Euro fließen nach Sachsen-Anhalt, 944 Millionen Euro nach Thüringen. Welche Standorte in den drei mitteldeutschen Ländern dabei besonders bedeutsam sein werden, wollte das Verteidigungsministerium aus «Gründen der operativen und militärischen Sicherheit» nicht konkretisieren. Klar sei aber, dass auch die Reaktivierung stillgelegter Standorte geprüft werde. 

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Bundeswehr deshalb ein Moratorium verhängt für die Umwandlung ehemals militärisch genutzter Objekte im Eigentum des Bundes für die zivile Nutzung. Konkret geht es dabei um 187 nicht mehr genutzte Standorte. Betroffen davon sind nach Ministeriumsangaben auch «Flächen in Sachsen». Man stehe in Kontakt mit «den regional Beteiligten». 13 weitere Standorte sollen entgegen früherer Pläne nun nicht mehr stillgelegt werden - unter anderem militärisch genutzte Teile des Berliner Flughafens Tegel.

Rund 6.000 Reservisten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Ende vergangenen Monats hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) Pläne vorgestellt, nach denen die Truppenstärke der Bundeswehr bis 2025 von aktuell 186.000 in den nächsten Jahren auf mindestens 460.000 Männer und Frauen anwachsen soll. Hinzu komme eine einsatzbereite Reserve mit einer Stärke von 200.000. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums gibt es derzeit 5.910 Reservisten mit Wohnsitz in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die meisten davon in Sachsen (2.550), gefolgt von Sachsen-Anhalt (1.740) und Thüringen (1.620). Der Reservistenverband, der sich zuletzt für eine Anhebung der Altersgrenze für aktive Reservisten auf 70 Jahre ausgesprochen hat, schätzt ihre Anzahl auf aktuell 60.000. Insgesamt hat der Verband 110.000 Mitglieder.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten