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Erfurt/Suhl: Nachfahre der Familie Simson fordert AfD auf, Namen aus der Politik zu lassen

«Haltet den Namen Simson aus der Politik heraus», forderte Dennis Baum auf dem Messegelände.  / Foto: Simon Kremer/dpa
«Haltet den Namen Simson aus der Politik heraus», forderte Dennis Baum auf dem Messegelände. / Foto: Simon Kremer/dpa

In Erfurt mahnte Dennis Baum, Nachfahre der jüdischen Familie Simson, die AfD, den Namen Simson nicht für politische Zwecke zu nutzen.

Ein Nachfahre der jüdischen Familie Simson hat bei einer Protestveranstaltung gegen den AfD-Bundesparteitag gesprochen. «Haltet den Namen Simson aus der Politik heraus», forderte Dennis Baum auf dem Messegelände in Erfurt. Seine Familie sei bis heute jüdischen Glaubens. Das passe nie mit dem Programm der AfD zusammen, sagte der 82-Jährige. «Die Drohungen gegen Einwanderer, Menschen anderer Hautfarbe und sexuelle Minderheiten sind uns ein Gräuel, an dem wir keinen Anteil haben wollen.»

Die in Suhl produzierten Mopeds der Marke Simson wie «Schwalbe» oder S50/51 sind bei vielen Jugendlichen Kult und stehen für ostdeutsches Lebensgefühl und Mobilität. Immer wieder zeigen sich AfD-Politiker nicht nur in Thüringen mit den Mopeds oder organisieren Ausfahrten. Baum beschrieb es als «großen Schock», als er über das Internet von dieser «Nähe» erfahren hatte.

Das Werk in Suhl, in dem in der DDR Mopeds der Marke Simson gebaut wurden, geht auf die jüdischen Brüder Simson zurück. Es ist damit Teil der jüdischen Geschichte Thüringens. Die Familie war 1936 von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben worden und in die USA geflohen.

Dennis Baum reist als Sprecher der heute in den USA lebenden Familie aktuell durch Deutschland. Er besuchte in den vergangenen Tagen Suhl sowie die Neuen Synagoge in Erfurt.

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