Im Rechtsstreit um die außerordentliche Kündigung von Guy Montavon als Generalintendant des Theaters Erfurt haben die Stadt und der Schweizer nach langem Streit eine gütliche Einigung erzielt. Demnach endet Montavons Arbeitsverhältnis mit der Stadt zum 31. März dieses Jahres, teilte die Stadt Erfurt mit.
Zuletzt hatte Montavon erklärt, dass er eine Abfindung ablehne und seinen früheren Arbeitsplatz zurückwolle. Letztlich wurde nun doch ein Vergleich erreicht. Teil der Einigung ist auch, dass die Stadt Erfurt nicht länger an den Gründen festhalte, die zur Kündigung des Intendanten geführt haben, heißt es weiter.
Entscheidung im Stadtrat
Den Weg frei für die Einigung machte am Mittwochabend der Erfurter Stadtrat. Dieser stimmte mit breiter Mehrheit, aber nicht einstimmig, im nicht öffentlichem Teil der Stadtratssitzung einem entsprechendem Aufhebungsvertrag zu, wie es aus Kreisen hieß.
Demnach sieht die Einigung eine Zahlung von 526.000 Euro an Montavon vor. Die Summe setzt sich demnach aus einer Abfindung und der Nachzahlung von seit der fristlosen Kündigung 2024 entgangenem Gehalt zusammen.
Gekündigt wurde dem Theatermann in Folge von Vorwürfen etwa zu mutmaßlichem Machtmissbrauch am Theater. Montavon war gegen die Kündigung vorgegangen. Zwischenzeitlich landete der Fall auch vor dem Arbeitsgericht.
Neuer Interimsleiter bestätigt
Im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung stimmten die Mitglieder zudem zu, dass Christian Illgen das Theater Erfurt von August an als Interimsintendant für zwei Jahre führt. Illgen war zuletzt am Staatstheater Cottbus tätig und arbeitete dort zeitweise als Intendant und Verwaltungsdirektor. Sein Vorgänger Malte Wasem, der die Leitung nach der außerordentlichen Kündigung Montavons übernommen hatte, verlässt das Haus auf eigenen Wunsch.
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