Thüringen wird keinen Härtefonds auflegen, um Mieter vor unseriösen Geschäftspraktiken von Vermietern zu schützen. Ein entsprechender Antrag der Linke-Fraktion fand keine Mehrheit im Landtag in Erfurt. Nur die Linke stimmte für ihren Vorstoß, die vier anderen Fraktionen dagegen und äußerten rechtliche Bedenken. Die Linke wollte nach Angaben der Abgeordneten Anja Müller über einen Härtefallfonds Landesgeld zur Unterstützung von Mietern in Notlagen einzusetzen.
Notfälle in mehreren Kommunen
Hintergrund für den Vorschlag der Linken sind Vorkommnisse in mehreren Thüringer Kommunen in den vergangenen Monaten. Unter anderem in Hartmannsdorf, Bad Sulza und Gera war es dazu gekommen, dass die Mieter von Wohnungen ihre Mieten inklusive aller Nebenkosten zwar pünktlich und in vollem Umfang gezahlt hatten. Ihre Zahlungen etwa für Wasser und Heizungen waren aber von Vermietern mutmaßlich nicht an die Versorger weitergeleitet worden. Einem Teil der Mieter war die Heizungen abgestellt worden. In Bad Sulza hatte die Stadt im Oktober 40 Heizlüfter angeschafft, damit die betroffenen Mieter nicht in ihren Wohnungen frieren mussten.