Gut eine Woche vor der Landtagswahl lässt eine neue Umfrage kaum Bewegung im Kräfteverhältnis der Parteien erkennen. Die AfD hat demnach in Thüringen weiterhin Chancen, stärkste Kraft zu werden - die Partei von Rechtsaußen Björn Höcke kommt im aktuellen ZDF-Politbarometer auf 30 Prozent. Auf Platz zwei verharrt die CDU mit 23 Prozent. Die repräsentative Umfrage wurde von Forschungsgruppe Wahlen erstellt. Die neue Partei Bündnis Sahra Wagenknecht scheint nach der Erhebung an Schwung zu verlieren und bleibt mit 17 Prozent auf Platz drei. Der Abstand zur CDU hat sich dabei aber im Vergleich zu anderen Umfragen anderer Institute vergrößert.
Rot-Rot-Grün weit weg von einer Mehrheit
Sollte sich das Ergebnis der Landtagswahl am 1. September so wie in der Umfrage abbilden, wären nicht nur die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP abgestraft, sondern Rot-Rot-Grün in Thüringen hätte nach zehn Jahren Regierungszeit keinerlei Aussicht auf eine Mehrheit im Parlament.
Die Umfragewerte deuten erneut eine komplizierte Regierungsbildung an. Da mit der AfD keine andere Partei zusammenarbeiten will, könnte CDU-Spitzenkandidat Mario Voigt den Posten des Ministerpräsidenten für sich beanspruchen, sollte seine CDU vor dem BSW ins Ziel einlaufen. Eine politisch machbare Mehrheit würde sich den Zahlen nach nur in einem Bündnis von CDU, BSW und SPD abzeichnen. Eine solche Liaison gilt inhaltlich als heikel.
Thüringens SPD-Spitzenkandidat Georg Maier machte im ZDF-Morgenmagazin klar, dass er eine Mehrheitsregierung in Thüringen für notwendig hält. Es sei zentral, dass das Land nach der Phase der Minderheitsregierung vorankomme, sagte er. Die SPD wolle sich dabei einbringen und für soziale Themen starkmachen.