Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat in Neu-Delhi eine einwöchige Reise durch Indien begonnen. Er wird dabei von einer Delegation aus Vertretern von Wirtschaft und Wissenschaft sowie Arbeitsministerin Katharina Schenk (SPD) begleitet. Zum Auftakt besuchte Voigt die letzte Ruhestätte von Mahatma Gandhi, dem Anführer der indischen Unabhängigkeitsbewegung.
Bei der Reise bis zum 6. Juni geht es vor allem darum, die Chancen für einen stärkeren Außenhandel sowie die Gewinnung von Fachkräften für Thüringen auszuloten. Auch soll über Möglichkeiten der wissenschaftlichen und kulturellen Zusammenarbeit gesprochen werden, erklärte die Staatskanzlei. Stationen in Indien sind Neu-Delhi, Hyderabad und Bangalore.
Treffen mit einer Reihe von Ministern
Auf dem Programm von Thüringens Regierungschef stehen Gespräche mit einer Reihe von indischen Regierungsmitgliedern, darunter Ministern für Außenhandel, Raumfahrt und Technologie, für Energiepolitik und Regionalentwicklung. In der deutschen Botschaft ist ein Empfang geplant, in Hyderabad die Eröffnung einer Thüringer Repräsentanz. In Bangalore, dem indischen Hightech-Zentrum, stehen unter anderem Unternehmensbesuche auf dem Programm.
«Indien ist für Thüringen weit mehr als ein neuer Markt. Gerade in Zeiten globaler Veränderungen ist es wichtig, internationale Partnerschaften strategisch auszubauen und neue Chancen aktiv zu gestalten», erklärte Vogt nach Angaben der Staatskanzlei vor der Reise. Von Bedeutung sei das zu Jahresbeginn geschlossene Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Indien. Indien gilt als einer der dynamischsten Wachstums- und Innovationsmärkte weltweit.
Bedeutung als Handelspartner noch nicht groß
Der Handel mit Indien ist ausbaufähig. Bisher liegt Indien bei den Thüringer Exporten auf Rang 24 der Länder, bei den Einfuhren ebenfalls. Das Exportvolumen betrug zuletzt nach Zahlen des Wirtschaftsministeriums rund 184 Millionen Euro. 87 Thüringer Unternehmen unterhalten laut Staatskanzlei Exportbeziehungen nach Indien, zwölf verfügten dort über Beteiligungen.
Zum Vergleich: Nach China werden dagegen Waren im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro geliefert, in die USA sogar im Wert von 2 Milliarden Euro. Thüringens Exporte waren im vergangenen Jahr vor allem wegen der Zollpolitik der USA um 1,1 Prozent auf 18,2 Milliarden Euro gesunken.
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