Der Erfurter Bischof Ulrich Neymeyr hat Katholikinnen dazu ermutigt, angesichts von vielen Krisen auf der Welt, den Problemen des Klimawandels und zunehmend populistischer Strömungen nicht in Resignation zu verfallen. Sogar junge Menschen hätten derzeit manchmal das Gefühl, dass ihr Handeln zwecklos sei, sagte Neymeyr laut Redemanuskript in seiner Predigt bei der traditionellen Frauenwallfahrt des Bistums Erfurt im Eichsfeld. Resignation könne schnell wie eine schwere graue Decke werden, die sich über den Alltag lege. Neymeyr rief die Wallfahrtsteilnehmerinnen auf, fest in Glaube und Liebe zusammenzuhalten.
Rund 1.000 Gläubige waren nach Angaben einer Bistumssprecherin zum Kerbschen Berg bei Dingelstädt gepilgert, um auf der Wiese vor der Klosterkirche einen Gottesdienst zu feiern. Neymeyr hob in seiner Predigt auch die Bedeutung von Zuwanderung in einer alternden Gesellschaft, die Arbeitskräfte von außerhalb benötige, hervor und warb um Verständnis für Migranten, die aus ihrer Heimat vertrieben worden oder aus Angst um ihr Leben geflüchtet seien.
Seit 65 Jahren machen sich die Frauen aus dem Bistum im Mai zur Wallfahrt auf. Sie findet immer am Sonntag nach Himmelfahrt statt. Das einstige Franziskanerkloster auf dem Kerbschen Berg ist heute das Familienzentrum des Bistums. Das Eichsfeld ist eine katholische Hochburg in Thüringen.
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