Ausländische Studierende erleben Thüringen oft als wenig weltoffen. Sie tun sich deshalb häufig schwer damit, nach dem Ende ihres Studiums im Freistaat zu bleiben. Das geht aus Forschungsergebnissen der Uni Jena hervor.
«Internationale Studierende zu gewinnen reicht nicht aus – entscheidend ist, ob Thüringen für sie ein Ort ist, an dem sie sich sicher fühlen, passende berufliche Perspektiven haben und politisch sowie wirtschaftlich mitgestalten können», sagte Laura Dellagiacoma, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentrums für Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftliche Integration der Universität Jena (KomRex). Sie war an einem Forschungsprojekt beteiligt, bei dem internationale Studierende sowie nicht deutsche Absolventen der Universität befragt worden sind.
Die politische und gesellschaftliche Situation in Thüringen sei für die Betroffenen kein abstraktes Thema, sagte Dellagiacoma. Dass sie etwa rassistische Erfahrungen im Alltag machten, habe «konkrete Auswirkungen auf Sicherheitsgefühl, Zugehörigkeit und Bleibeperspektiven».