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Yücel: Empörung im Westen, im Osten mehr Argumente – PEN Berlin organisiert Heimat‑Abende

«Im Osten geht man eher ins Argumentieren», sagt Deniz Yücel. (Archivbild) / Foto: Bernd Wüstneck/dpa
«Im Osten geht man eher ins Argumentieren», sagt Deniz Yücel. (Archivbild) / Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Deniz Yücel sieht unterschiedliche Diskussionskulturen in Ost und West; PEN Berlin veranstaltet Heimat‑Abende, um Polarisierung abzubauen.

Der Publizist Deniz Yücel sieht unterschiedliche Diskussionskulturen in Ost- und Westdeutschland. Er habe die Erfahrung gemacht, «dass der Hang zur Empörung im Westen viel höher ist. Im Osten geht man eher ins Argumentieren», sagte Yücel der «Thüringer Allgemeinen».

Yücel ist Sprecher der Autorenvereinigung PEN Berlin. Die Vereinigung lädt derzeit zu einer Reihe von Abendveranstaltungen, bei der Prominente und Bürger über Heimat sprechen. Insgesamt sieht Yücel eine Polarisierung in der Gesellschaft. «Unsere Idee ist, diese Polarisierung Abend für Abend ein Stück aufzuheben», so Yücel. «Die Menschen können miteinander reden, und auch wenn hart diskutiert wird, ist ein Austausch von Argumenten möglich. Oft bedanken sich am Ende Teilnehmer dafür, dass wir diesen Raum geschaffen haben.»

In aktuellen Diskussionen würden viele Ängste mitschwingen, sagte Yücel: «Angst vor wirtschaftlichem Niedergang, vor unkontrollierter Zuwanderung, vor dem Erstarken des Rechtsextremismus, Angst vor dem Verlust von Sicherheit und damit Angst vor Verlust von Heimat.»

Die Autorenvereinigung PEN Berlin hatte sich 2022 neu gegründet und hat nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 700 Mitglieder aus verschiedenen Bereichen des Literaturbetriebs. Der Gründung vorausgegangen war ein Streit um den Führungsstil im PEN-Zentrum Deutschland. PEN steht für «Poets, Essayists, Novelists» (zu Deutsch: Dichter, Essayisten, Romanschriftsteller). Der Dachverband hat sich dem Schutz des «ungehinderten Gedankenaustauschs» und der Sicherung der Meinungsfreiheit verschrieben.

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