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Firmeninsolvenzen in Thüringen auf höchstem Stand seit 2017

Die Thüringer Amtsgerichte entschieden 2025 über insgesamt 2.357 Insolvenzverfahren. (Symbolbild) / Foto: Jonas Walzberg/dpa
Die Thüringer Amtsgerichte entschieden 2025 über insgesamt 2.357 Insolvenzverfahren. (Symbolbild) / Foto: Jonas Walzberg/dpa

Thüringer Amtsgerichte verzeichneten 2025 insgesamt 2.357 Insolvenzverfahren (+7,1%). Unternehmensinsolvenzen legten stark zu.

In Thüringen sind im vergangenen Jahr angesichts einer schwachen Konjunktur und eines angespannten Arbeitsmarktes deutlich mehr Unternehmen und Verbraucher in finanzielle Schieflage geraten. Die Thüringer Amtsgerichte entschieden 2025 über insgesamt 2.357 Insolvenzverfahren und damit über 156 Anträge mehr als 2024, wie das Statistische Landesamt in Erfurt mitteilte. Das entspricht einem Anstieg um 7,1 Prozent. 

Die dauerhaft schwierige Wirtschaftslage machte sich in einer sprunghaft gewachsenen Zahl an Firmenpleiten bemerkbar. So stellten den Angaben nach 2025 im Freistaat 345 Unternehmen einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung und damit 30,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Das ist der höchste Stand an Unternehmensinsolvenzen seit 2017.

Spürbare Entlastungen für Unternehmen nötig

Die Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Cornelia Haase-Lerch, sieht in dem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen ein ernstes Warnsignal für den Wirtschaftsstandort. «Die Entwicklung zeigt klar: Viele Unternehmen kämpfen nicht mehr mit einzelnen Herausforderungen, sondern mit einer Kumulation aus Kostenbelastungen, unsicheren Rahmenbedingungen und schwacher Nachfrage.» Ohne spürbare Entlastungen bei Energie, Bürokratie und Finanzierung werde sich dieser Negativtrend kaum umkehren, so Haase-Lerch. 

Die finanziell angeschlagenen Betriebe beschäftigten zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags laut der Statistiker noch 3.592 Arbeitnehmer. Die voraussichtlichen Gläubigerforderungen beliefen sich demnach auf rund 289 Millionen Euro. Mit 56 Insolvenzverfahren waren am häufigsten Kfz-Händler und -Werkstätten betroffen, aber auch 52 Baufirmen und 46 Industriebetriebe kamen ins Schlingern.

Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen nahm im vergangenen Jahr um sieben Prozent zu. Insgesamt wurden 1.530 Verbraucherinsolvenzverfahren beantragt. Im Schnitt standen Privatpersonen mit rund 57.000 Euro bei ihren Gläubigern in der Kreide.

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