Begleitet von Kontroversen und erstmals seit Jahrzehnten ohne eine Rede von Überlebenden wird heute (13.30 Uhr) der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar gedacht. Hauptredner zum 81. Jahrestag ist der Schauspieler Hape Kerkeling. Sein Großvater war politischer Häftling in Buchenwald. Auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) wird zu einem Grußwort erwartet. Gegen seinen Auftritt hatte es Kritik zweier Buchenwald-Verbände gegeben.
Überlebende hingegen werden in diesem Jahr erstmals seit mindestens Mitte der 1990er Jahre nicht sprechen. Hintergrund sind Probleme mit Flügen aus Israel wegen des Iran-Kriegs. Mit dem 98 Jahre alten Alojzy Maciak aus Polen und dem 99-jährigen Andrej Moiseenko aus Belarus sind dieses Jahr zwei ehemalige Häftlinge vor Ort. Von ihnen sind aber keine Reden geplant.
Kampagne sorgt für scharfe Kritik
Für scharfe Kritik von vielen Seiten sorgte die angekündigte Kampagne «Kufiyas in Buchenwald» während des Gedenkens. Hintergrund ist, dass im vorigen Jahr einer Frau mit Palästinensertuch («Kufiya») der Zutritt zum Gelände verweigert wurde. Das Verwaltungsgericht Weimar untersagte einen Protest der Gruppe direkt an der Gedenkstätte. Nun soll es eine Mahnwache am Theaterplatz mit laut Stadt 150 angemeldeten Teilnehmern geben. Auch eine Gegenkundgebung ist geplant.
In das KZ Buchenwald bei Weimar und seine 139 Außenlager hatten die Nationalsozialisten seit dem Sommer 1937 mehr als 280.000 Menschen verschleppt. 56.000 Menschen wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten, durch Zwangsarbeit oder medizinische Experimente.
Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten