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Messerstiche von hinten - Mordprozess gegen 22-jährige Frau

Am Landgericht Meiningen hat ein Mordprozess gegen eine 22-jährige Frau begonnen, die einen 63-Jährigen in Sonneberg getötet haben soll. (Symbolbild) / Foto: Martin Schutt/dpa
Am Landgericht Meiningen hat ein Mordprozess gegen eine 22-jährige Frau begonnen, die einen 63-Jährigen in Sonneberg getötet haben soll. (Symbolbild) / Foto: Martin Schutt/dpa

Ein 63-Jähriger wird tot in seiner Wohnung in Sonneberg gefunden, er starb gewaltsam. Wenige Tage später wird in Ungarn eine tatverdächtige Frau festgenommen. Nun läuft der Prozess.

Sie soll ihren Partner aus Habgier heimtückisch getötet haben, um an seinen Laptop und Smartphones zu kommen – deswegen steht eine 22-jährige Frau nun vor Gericht. Sie ist wegen Mordes und Raubes mit Todesfolge angeklagt. Zum Auftakt des Prozesses am Landgericht Meiningen stellte die junge Frau das Geschehen in einer Wohnung in Sonneberg im vergangenen Mai anders dar - als eine Art Notwehrsituation.

Streit unter Drogeneinfluss

Zum Prozessauftakt gab der Anwalt der Angeklagten eine Erklärung für seine Mandantin ab. Demnach habe sich die Frau mit Teller und Messer aufs Bett gesetzt, um Abendbrot zu essen. Sie sei beim Zwiebelschneiden gewesen. Zuvor habe sie die Droge Crystal konsumiert. Dann sei es zum Streit gekommen. Der 63-Jährige habe versucht, sie zu schlagen, daraufhin habe sie sich mit dem Messer gewehrt.

Die Frau ist Ungarin, der getötete Mann war ein Landsmann. Beide führten schon in Ungarn eine Beziehung, wie in dem Prozess bekannt wurde. In Sonneberg soll sie bei dem Opfer übergangsweise gewohnt haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, aus Habgier und heimtückisch gehandelt zu haben. Sie habe die Absicht gehabt, einen Laptop und drei Smartphones von ihm zu stehlen, die Geräte soll sie mitgenommen haben. Der Wert des Diebesgutes wurde mit 1.500 Euro beziffert. 

Tödlicher Stich in die Luftröhre

Laut Anklage wurde der Mann von drei Messerstichen getroffen, zwei der von hinten geführten Stiche durchtrennten das Skelett im Brustkorb. Zum Tod führte demnach der letzte Stich, der die Luftröhre traf. Fragen im Prozess betrafen unter anderem die Beschaffenheit des Messers, das die Frau nach der Tat weggeworfen haben will. 

Anschließend habe sie sich aus Angst im Bad der Wohnung eingeschlossen und gewartet, bis alles ruhig gewesen sei, sagte sie während der Verhandlung, in der ihre Aussagen gedolmetscht wurden. Ihr tue das Geschehene sehr leid, beteuerte die Angeklagte, die während der Verhandlung wiederholt weinte.

Nach der Tat war die 22-Jährige mit einem europäischen Haftbefehl gesucht und schließlich in Ungarn verhaftet worden. Im Laufe des ersten Verhandlungstages sollten Polizeibeamte als Zeugen gehört werden. Für das Verfahren sind bis Ende März elf weitere Termine anberaumt worden.

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