Die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag wird an diesem Montag über die Forderung der Partei-Bundesspitze zum unverzüglichen Rücktritt des thüringischen Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) beraten. Die Fraktion wolle sich auf ihrer ersten regulären Sitzung nach der Sommerpause dabei auch über das weitere Vorgehen austauschen, sagte Fraktionssprecher Jens Hirsch.
Der Bundesvorstand hatte den thüringischen Landesverband aufgefordert, Voigt nicht länger zu stützen und den Weg für einen parteiunabhängigen Ministerpräsidenten freizumachen, der mit wechselnden Mehrheiten regiert. Hintergrund ist die Aberkennung von Voigts Doktortitel durch die TU Chemnitz. Gegen die Entscheidung will Voigt nach Angaben seines Anwalts klagen.
Parteigründerin Sahra Wagenknecht und die Parteispitze um Amira Mohamed Ali und Fabio De Masi liegen seit längerem mit dem BSW-Landesverband Thüringen im Clinch. Dieser regiert in der sogenannten Brombeer-Koalition mit CDU und SPD, was der Bundesspitze missfällt. Offen ist, ob die 15-köpfige Fraktion der Forderung der Bundesspitze folgen wird. Bisher steht das BSW in Thüringen weiter zum Ministerpräsidenten.