loading

Nachrichten werden geladen...

Veröffentlicht mit CMS publizer®

Jetzt macht «Amsel» die Steuererklärung

Katja Wolf wirbt für das Pilotprojekt, bei dem die Steuererklärung das Finanzamt übernimmt. (Archivfoto) / Foto: Martin Schutt/dpa
Katja Wolf wirbt für das Pilotprojekt, bei dem die Steuererklärung das Finanzamt übernimmt. (Archivfoto) / Foto: Martin Schutt/dpa

Mit ihrer Steuererklärung tun sich viele Menschen schwer. In einem Pilotprojekt testet Thüringen, wie das Vorausfüllen der Erklärung durch die Finanzämter funktioniert - und ob das populär ist.

Für Tausende Menschen in Thüringen soll die Abgabe der Steuererklärung in diesem Jahr einfacher werden. Für Steuerpflichtige, die ausschließlich Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit oder Rente beziehen, können die Finanzämter das Ausfüllen der Steuererklärung für 2025 übernehmen. 

Hintergrund ist ein zunächst auf ein Jahr befristetes Pilotprojekt zur sogenannten Amtsveranlagung, wie Finanzministerin Katja Wolf (BSW) in Erfurt mitteilte. Davon profitieren könnten 40.000 Steuerpflichtige, die ihre Erklärung bisher ohne Hilfe von Steuerberatern oder Lohnsteuerhilfevereinen ausgefüllt haben.

Finanzämter fertigen Steuererklärung an

Und so soll das funktionieren: Die Finanzämter schicken an die betreffenden Haushalte auf Basis der vorhandenen Einkommensdaten vorausgefüllte Steuererklärungen, die die Empfänger nur noch unterschreiben und zurückschicken müssen – falls sie mit der Veranlagung durch das Amt einverstanden sind. Bei gemeinsam zu veranlagenden Ehepartnern müssen beide die Zustimmungserklärung unterschreiben. Der Bescheid soll dann innerhalb weniger Tage erstellt werden. Eine Verpflichtung, die Steuererklärung durchs Amt in Anspruch zu nehmen, besteht für die Angeschriebenen nicht.

Die ersten 6.000 Briefe seien bereits in Erfurt und Ilmenau unterwegs, so Wolf. Sind die Steuerzahler mit der Erklärung einverstanden, ist diese bis Ende Juli zurück ans Amt zu schicken. 

Entlastung vor allem für Ältere erhofft

Auch Steuerzahler, die ihre Erklärung bislang nicht online über das digitale Elster-Programm abgeben, könnten die sogenannte Amtsveranlagung – Projektname «Amsel» - nutzen, sagte Wolf. «Elster und Amsel widersprechen sich nicht.» Vor allem für ältere Menschen verspricht sich die Ministerin durch diese Form der Steuererklärung Entlastung. Für Selbstständige ist die Amtsveranlagung nicht möglich.

Im Bereich des Finanzamtes Kassel hätten drei Viertel der angeschriebenen Steuerpflichtigen dem Angebot zugestimmt, verwies Wolf auf Erfahrungen aus Hessen. An dem Pilotprojekt sind auch Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg beteiligt.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten