Ein mutmaßliches ehemaliges Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steht von Ende Juli an vor dem Thüringer Oberlandesgericht. Der 3. Strafsenat ließ die Anklage der Thüringer Generalstaatsanwaltschaft gegen den aus dem Irak stammenden Mann zu und eröffnete das Hauptverfahren, wie das Gericht mitteilte. Der Prozess soll am 28. Juli in Jena beginnen.
Der 1960 geborene Mann sei hinreichend verdächtig, sich als Mitglied einer terroristischen Vereinigung im Ausland betätigt zu haben, hieß es. Im September 2014 soll er sich freiwillig dem IS angeschlossen und dem damaligen Anführer der Terrormiliz die Treue geschworen haben. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, bis 2016 in unterschiedlichen Funktionen für die Vereinigung aktiv gewesen sein, unter anderem als leitender Mitarbeiter im Bereich Medien und Propaganda sowie als Kämpfer.
Untersuchungshaft und Verhandlungstage
Nach einer schweren Verletzung bei Gefechten soll er zwischen August 2015 und Dezember 2016 Aufgaben innerhalb der sogenannten Islamischen Polizei übernommen und sich weiter an Kampfhandlungen beteiligt haben. Als Gegenleistung habe er Sold sowie weitere Geldleistungen für sich und seine Familie erhalten, hieß es in der Mitteilung weiter.
Den Angaben zufolge verließ der Mann in der zweiten Jahreshälfte 2017 den Irak. Er wurde schließlich in Nordhausen festgenommen und sitzt seit vergangenem Dezember in Untersuchungshaft. Für das Verfahren hat das Oberlandesgericht zunächst 13 Verhandlungstage bis Ende Oktober angesetzt.
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