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Thüringen: Ministerpräsident Voigt übersteht zweiten Misstrauensantrag der AfD

Thüringen: Ministerpräsident Voigt übersteht zweiten Misstrauensantrag der AfD
Es war das zweite AfD-Misstrauensvotum in diesem Jahr im Landtag - und vielleicht nicht das letzte. / Foto: Bodo Schackow/dpa
Von: DieThüringer News
Zweimal hat Höcke Voigt in einem Misstrauensvotum herausgefordert – und ist gescheitert. Was Landesverfassung und Fachleute zu dem Instrument sagen, das eigentlich für Krisensituationen gedacht ist.

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) hat im Landtag einen Misstrauensantrag der AfD-Faktion überstanden. Es war bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass AfD-Fraktionschef Björn Höcke versuchte, den Regierungschef über ein sogenanntes konstruktives Misstrauensvotum zu stürzen. Bei Regierung und Landtagsabgeordneten verschiedener Fraktionen gibt es Befürchtungen, das könnte zum Dauerzustand werden.

Was regelt die Thüringer Verfassung dazu?

Im Artikel 73 heißt es: «Der Landtag kann dem Ministerpräsidenten das Misstrauen nur dadurch aussprechen, dass er mit der Mehrheit seiner Mitglieder einen Nachfolger wählt.» Den Antrag für ein Misstrauensvotum kann entweder ein Fünftel der 88 Thüringer Abgeordneten oder eine Fraktion stellen. Zwischen dem Antrag und der Wahl müssen mindestens drei, höchstens jedoch zehn Tage liegen. Die Wahl muss in geheimer Abstimmung erfolgen. Ein Herausforderer müsste mindestens 45 Stimmen bekommen - unabhängig davon, wie viele Abgeordnete bei der Abstimmung anwesend sind. 

Gibt es eine Begrenzung, wie oft das möglich ist?

Nein. Weder in der Landesverfassung noch in der Geschäftsordnung des Thüringer Landtags ist geregelt, wie oft und in welchen Abständen eine Fraktion einen Misstrauensantrag gegen den Regierungschef stellen kann. Das heißt, es könnten immer wieder Misstrauensanträge kommen - wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Die AfD-Fraktion könnte das verfassungsrechtlich vorgesehene Instrument quasi immer wieder nutzen. AfD-Fraktionschef Höcke sagte nach der verlorenen Abstimmung: Eigentlich sei er verpflichtet, «hier jeden Monat ein Misstrauensvotum anzulegen». Ob er es auch tut, ließ Höcke offen. 

Was sagen Fachleute?

Politikwissenschaftler bezweifeln den politischen Nutzen einer inflationären Anwendung des Instruments, das eigentlich für politische Krisensituationen gedacht ist. Das gelte vor allem bei einem vorhersehbaren Ausgang der Abstimmung - wie bei den beiden Misstrauensanträgen gegen CDU-Ministerpräsident Voigt in diesem Jahr. 

Gab es in der Vergangenheit bereits AfD-Misstrauensanträge?

Ja, einen im Jahr 2021. Er richtete sich gegen den damaligen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke), der eine rot-rot-grüne Minderheitsregierung führte. Auch damals kandidierte
Höcke für das Ministerpräsidentenamt - und scheiterte deutlich.

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