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Thüringer AfD-Fraktion offen für Heimunterricht – Schulpflicht bleibt diskutiert

Die Fraktionen im Thüringer Landtag diskutierten kontrovers über die Schulpflicht. Die AfD-Fraktion steht mit ihrer Position isoliert da. (Archivbild) / Foto: Martin Schutt/dpa
Die Fraktionen im Thüringer Landtag diskutierten kontrovers über die Schulpflicht. Die AfD-Fraktion steht mit ihrer Position isoliert da. (Archivbild) / Foto: Martin Schutt/dpa

Die Thüringer AfD-Fraktion sieht Heimunterricht als mögliche Ergänzung zum Schulsystem, ohne die Schulpflicht in Thüringen aktuell abschaffen zu wollen.

Die Thüringer AfD-Fraktion kann sich andere Modelle als die bisherige Schulpflicht vorstellen. In fast allen europäischen Ländern gebe es die Möglichkeit von Heimunterricht, argumentierte der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Denny Jankowski. «Sind diese Länder deswegen untergegangen? Sind das keine Demokratien mehr? Gab es schon gesellschaftlichen Zerfall? Können die Kinder nicht mehr Lesen und Schreiben? Natürlich nicht», sagte Jankowski in einer Debatte zu dem Thema im Landtag. Daher dürfe man Debatten über alternative Schulmodelle nicht im Keim ersticken.

AfD sieht Heimunterricht als Ergänzung im Schulsystem

Alle anderen Fraktionen bekannten sich zur Schulpflicht in Thüringen. Auslöser der Debatte ist das Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt. Die Partei strebt darin eine Wahlfreiheit zwischen Schulunterricht und Unterricht zuhause an, sofern im Hausunterricht die gleichen Qualitätsstandards erfüllt werden. Zur Kontrolle soll es halbjährlich zentrale Prüfungen geben. 

Nach Angaben von Jankowski ist die Thüringer AfD-Fraktion offen für Heimunterricht. «Er kann eine gute Ergänzung in unserem Bildungssystem auch in Thüringen darstellen.» Es gebe aber bisher keine explizite Forderung zur Abschaffung der Schulpflicht im Thüringer AfD Wahlprogramm und die Fraktion plane keine parlamentarische Initiative dazu.

Mehrheit laut Umfrage gegen Abschaffung der Schulpflicht 

Eine Civey-Umfrage im Auftrag der Thüringer CDU-Fraktion war kürzlich zu dem Ergebnis gekommen, dass eine deutliche Mehrheit der Thüringer eine Abschaffung der Schulpflicht zugunsten einer Bildungspflicht mit mehr Heimunterricht ablehnt. 70 Prozent sprachen sich gegen ein solches Modell aus. Nur 24 Prozent würden den Ansatz positiv bewerten, wie die CDU-Fraktion mitgeteilt hatte. Civey hatte den Angaben nach vom 27. April bis 4. Mai 1.000 Thüringer online befragt.

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