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BSW Thüringen: mehrere Kandidaten für Fraktionsvorsitz nach Augstens Rücktritt

Frank Augsten zieht sich von der BSW-Fraktionsspitze zurück. (Archivbild) / Foto: Jacob Schröter/dpa
Frank Augsten zieht sich von der BSW-Fraktionsspitze zurück. (Archivbild) / Foto: Jacob Schröter/dpa

Fraktionschefs bekommen mehr Geld, haben Zugriff auf einen Dienstwagen, aber auch alle Hände voll zu tun. In der BSW-Fraktion wird ein solcher Posten frei. Welche Abgeordneten sind im Gespräch?

Nach dem Rücktritt des BSW-Fraktionschefs Frank Augsten kursieren in der Partei erste Namen von Abgeordneten, die sich für den Posten in Stellung bringen. Die Wahl ist für kommenden Mittwoch in einer Fraktionssitzung geplant. Der Job bedeutet viel Arbeit, wie auch Augsten bei seinem Statement nach Bekanntgabe seines Rücktritts immer wieder hat durchscheinen lassen. Doch der Posten ist auch mit viel Prestige und auch deutlich mehr Geld verbunden.

Fraktionschefs erhalten monatlich das Doppelte der Grunddiät, die allen Abgeordneten zusteht, also insgesamt fast 15.000 Euro pro Monat. Außerdem haben sie Zugriff auf einen Dienstwagen mit Fahrer. Und sie haben bessere Chancen, bekannter zu werden - Bekanntheit ist in der Politik eine entscheidende Währung. Fraktionsvorsitzende sind zu allen möglichen politischen Themen wichtige Gesprächspartner, nicht nur für einzelne Fachbereiche. Sie bestimmen die großen politischen Linien wesentlich mit. 

Ihre Rolle in der Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD ist vielleicht sogar noch etwas herausgehobener, denn angesichts der komplizierten Mehrheitsverhältnisse im Landtag ist viel Ausgleich, Kompromissfähigkeit und Verhandlungsgeschick gefragt. 

Die Fraktionschefs müssen aber auch austarieren zwischen den Interessen der Koalitionspartner und der einzelnen Strömungen innerhalb ihrer eigenen Fraktion. Wem in ihren eigenen Reihen trauen die BSW-Abgeordneten diese Rolle am ehesten zu? Und wer traut sich das jedenfalls zumindest selbst zu? In den vergangenen Tagen kursierten vor allem drei Namen:

Sigrid Hupach 

Die 57-Jährige gilt als eine der aussichtsreichsten Kandidatinnen für die neue Fraktionsspitze. In Parteikreisen wird immer wieder ihr Organisationsgeschick gelobt, ebenso, dass die 57-Jährige beim BSW Thüringen praktisch von Anfang an mit dabei war. «Sie hat sich große Verdienste beim Aufbau des Landesverbandes erworben», sagt jemand aus dem Führungszirkel des BSW in Thüringen über sie. Für Hupach könnte auch sprechen, dass sie einige politische Erfahrung mitbringt. Sie war viele Jahre bei den Linken aktiv, saß für diese Partei von 2013 bis 2017 auch im Bundestag. In der schwierigen Startphase des BSW half sie maßgeblich beim Aufbau mit. Hupach schrieb auf die Frage einer möglichen Kandidatur, dass sie selbst dazu noch keine Entscheidung getroffen habe.

Dirk Hoffmeister

Dirk Hoffmeister ist der Erste, der seine Kandidatur öffentlich bekannt macht. «Ja, ich werde kandidieren», schrieb Hoffmeister auf dpa-Anfrage. Vor seiner politischen Karriere war er Gymnasiallehrer, Schulleiter und im Bereich der Lehrerbildung tätig. Aktuell ist er der bildungspolitische Sprecher der Thüringer BSW-Fraktion. Hoffmeister hatte bereits bundesweit auf sich aufmerksam gemacht, als er im Dezember auf Parteiebene als stellvertretender BSW-Bundesvorsitzender kandidierte. Allerdings erhielt er damals keine Mehrheit.

Stefan Wogawa

Stefan Wogawa hat bereits abgewunken. «Nein, ich habe mich gegen eine Kandidatur entschieden», schreibt der Abgeordnete auf Anfrage. Ihm waren bereits 2024 Ambitionen auf den Fraktionsvorsitz nachgesagt worden, als Katja Wolf den Posten abgab, weil sie Finanzministerin wurde. Als ihr Nachfolger wurde dann Frank Augsten gewählt. Wogawa wurde parlamentarischer Geschäftsführer der BSW-Fraktion und ist es noch heute - also eine Art Fraktionsmanager. Er arbeite sehr gerne als parlamentarischer Geschäftsführer, schreibt Wogawa.

Roberto Kobelt

Hört man sich bei BSW-Abgeordneten um, wem Ambitionen für den Posten nachgesagt werden, fällt auch sein Name: Roberto Kobelt. Der 49-Jährige saß einst für die Grünen im Thüringer Landtag und bringt damit auch eine gewisse Erfahrung mit. Auf die Frage, ob er kandidieren will, schrieb Kobelt: «Auch aus Respekt vor anderen möglichen Kandidaten werde ich Ihre Frage weder dementieren noch bestätigen.»

Ein Name, der in BSW-Kreisen nicht fällt, wenn es um Kandidaten für die Fraktionsspitze geht, ist der von Anke Wirsing. Die Westthüringer Abgeordnete hatte in der Vergangenheit versucht, mit der Rückendeckung des BSW-Bundesvorstandes Parteivorsitzende in Thüringen zu werden und war dabei an Katja Wolf gescheitert.

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