Der Weg für die erste Koalition von CDU, BSW und SPD in Deutschland ist frei. Bei einer Mitgliederbefragung stimmte eine Mehrheit der Thüringer Sozialdemokraten für den Koalitionsvertrag des sogenannten Brombeer-Bündnisses, wie der SPD-Vorstand in Erfurt mitteilte. Parteitage von CDU und der Sahra-Wagenknecht-Partei BSW hatten den Regierungsvertrag, um den wochenlang gerungen wurde, bereits in den vergangenen Tagen gebilligt. Kurz nachdem der Regierungsvertrag perfekt war, erfolgte die Einigung über Zuschnitt und Verteilung der Ministerien.
Zuschnitt der Ministerien steht fest
Nun soll die CDU vier Ministerämter bekommen, die Wagenknecht-Partei drei und die SPD als kleinster Partner zwei. Damit bleibt es bei der bisherigen Zahl - die Ministerien werden allerdings größtenteils neu zugeschnitten. Das BSW erhält danach das Finanzministerium. Für das wichtige Ressort einschließlich der Zuständigkeit für die Kommunalfinanzen wird in Erfurt BSW-Landeschefin Katja Wolf gehandelt. Außerdem soll die junge Partei die Verantwortung für ein neu zugeschnittenes Ministerium für Digitales und Infrastruktur sowie das für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten bekommen.
Die CDU wird für Kernbereiche wie Wirtschaft, Bildung und Migration verantwortlich sein sowie den Minister in der Staatskanzlei stellen. Die SPD, die schon seit Jahren in Regierungsverantwortung steht, behält das Innenministerium und erhält das Sozialministerium. «Alle drei Partner haben so die Möglichkeit, ihre Handschrift deutlich zu machen und in ihren Ressorts das Beste für Thüringen herauszuholen», erklärte CDU-Chef Mario Voigt.