Zur geplanten Reform des Thüringer Kindergartengesetzes können Bürger derzeit Stellung nehmen. Im Onlinediskussionsforum des Landtags stehen dabei noch bis zum 24. April zwei unterschiedliche Gesetzentwürfe zur Debatte, wie der Landtag mitteilte.
Beide Vorlagen zielen darauf ab, Familien finanziell zu entlasten und die Beitragsfreiheit auf ein drittes Kindergartenjahr auszuweiten. Unterschiede gibt es vor allem bei der Ausgestaltung.
Zwei Wege zur Entlastung
Der Entwurf der Regierungsfraktionen von CDU, BSW und SPD setzt auf Änderungen bei der Bedarfsplanung, eine Weiterentwicklung der Elternbeiträge sowie zusätzliche Hilfen für kleinere Einrichtungen und zur Anpassung an demografische Entwicklungen. Anforderungen an pädagogische Arbeit und Qualitätssicherung sollen dabei stärker in den Einrichtungen selbst verankert werden.
Die oppositionelle Linksfraktion legt den Schwerpunkt auf Qualitätsentwicklung in den Kindertageseinrichtungen sowie auf eine verbindliche Sprachförderung. Vorgesehen ist unter anderem ein Zentrum für frühkindliche Bildung, das Einrichtungen fachlich unterstützen und Fortbildungen anbieten soll.
Weniger Kinder, wachsende Sorgen
In Thüringen sinken wegen der demografischen Entwicklung die Kinderzahlen in den Kitas teils dramatisch. Einige Einrichtungen mussten bereits schließen, andere denken darüber nach, aufzugeben. Von rund 1.400 Kindergärten im Freistaat haben nach früheren Angaben etwa 650 Einrichtungen weniger als 50 Kinder.
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