Die SPD-Landtagsfraktion will mit einer Bundesratsinitiative eine verbindliche Gewichtsgrenze von 20 Kilogramm für Pakete durchsetzen. Der arbeits- und wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Moritz Kalthoff, begründete den Vorstoß mit dem Schutz der Paketboten. Wer täglich schwere Pakete zustelle, brauche verlässliche Regeln für den Gesundheitsschutz. Kalthoff hatte den Angaben zufolge selbst mehrere Jahre als Paketzusteller gearbeitet.
Neben einer festen Gewichtsgrenze ohne Ausnahmen durch technische Hilfsmittel forderte die SPD-Fraktion verpflichtende Gefährdungsbeurteilungen, mehr Kontrollen durch die Arbeitsschutzbehörden sowie eine stärkere Verantwortung großer Versandunternehmen. Zuvor waren bei einer Fachveranstaltung im Thüringer Landtag Beschäftigte, Betriebsräte, Gewerkschaften, Arbeitsmediziner, Unternehmen und Politiker zusammengekommen, um über die Arbeitsbedingungen in der Paketbranche zu beraten.
Hintergrund der Initiative ist das anhaltende Wachstum des Versandhandels. Nach Angaben der Fraktion wurden 2024 in Deutschland mehrere Milliarden Pakete transportiert. Das neue Postgesetz erkenne die Belastungen der Beschäftigten zwar an, lasse durch die Möglichkeit des Einsatzes «geeigneter technischer Hilfsmittel» jedoch ein Schlupfloch zu. Nach Ansicht der SPD wird die vorgesehene 20-Kilogramm-Schwelle dadurch in der Praxis ausgehebelt.
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